Ich engagiere mich! Wir fragen warum: Frank Bourvé

In der Kammerversammlung, in Ausschüssen und im Vorstand sind viele Pflegende aktiv. Wir haben sie befragt, warum sie sich für die Kammer einsetzen.

„Kammer ist DIE Chance!“

 Frank Bourvé, 49, Fachkrankenpfleger für Intensivpflege

Ich habe 26 Jahre Intensiverfahrung in der direkten Pflege am Patientenbett. Meine Motivation war, mich zur Wahl aufstellen zu lassen, um diese praktische Expertise in die Kammer einzubringen und die Chance zu nutzen, mitzugestalten. Vor der Kammergründung hatte ich mich berufspolitisch nicht engagiert, habe mich allerdings auf diesem Gebiet immer auf dem aktuellen Stand gehalten und bin seit über 20 Jahren Mitglied bei Verdi.

Ich sage gerne: Ich bin nicht dabei, um das Beste daraus zu machen – sondern um das Schlimmste zu verhindern. Vielen Mitgliedern stößt auf, dass die Kammervertreter überwiegend nicht mehr in der Pflege an der Basis tätig sind, sondern in Leitungs- oder anderen patienten-/bewohner-/klientenfernen Funktionen. Deshalb finde ich es so wichtig, dass praktische Pflegeexpertise und damit auch das Wissen um die häufigen, leider oft unguten Erlebnisse der täglichen Arbeit am Menschen in der Kammerversammlung und im Vorstand direkt vertreten sind.

Ich halte die Pflegeberufekammer für eine Chance, für die es sich zu kämpfen lohnt. Sie wurde uns nicht von der Politik übergestülpt, sondern von berufspolitisch aktiven Kolleginnen und Kollegen über viele Jahre erkämpft. Das bisherige System, nämlich die Vertretung von unseren Interessen allein durch Berufsverbände und Gewerkschaften, hat uns dahin gebracht, wo wir heute sind – und dieser Zustand ist sicherlich suboptimal. Dass eine Kammer mehr Vorteile als Nachteile für die Berufsgruppe bringt, sieht man auch an den anderen verkammerten Berufen, wie den Ärzten, Apothekern, Psychotherapeuten, Anwälten, Steuerberatern, Architekten etc. Die lassen sich nicht von der Landesregierung, von Ministerien oder Behörden ihre beruflichen Belange diktieren, sondern entscheiden selbst darüber. Diese Chance sollten wir uns nicht nehmen lassen.

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