Ich engagiere mich! Wir fragen warum: Lena Prien

In der Kammerversammlung, in Ausschüssen und im Vorstand sind viele Pflegende aktiv. Wir haben sie befragt, warum sie sich für die Kammer einsetzen.

„Die Pflege muss mit am Tisch sitzen“

 Lena Prien, 33, Gesundheits- und Krankenpflegerin

Ich bin Gesundheits- und Krankenpflegerin und habe in ganz unterschiedlichen Bereichen gearbeitet. Weil die Rahmenbedingungen so schlecht waren, bin ich damals raus aus der Pflege – dabei habe ich meinen Beruf geliebt. Danach habe ich Soziologie und Pädagogik studiert und bin doch wieder in die Pflege zurückgegangen. Mein Herz hängt einfach an diesem wunderbaren Beruf. Jetzt bin ich Fachreferentin für Ambulante Pflege und Ausbildung beim Paritätischen Wohlfahrtsverband Schleswig-Holstein.

In meiner jetzigen Funktion bin ich unter anderem bei Rahmen- und Vergütungshandlungen dabei und in unterschiedlichen Gremien und Arbeitsgruppen tätig. Das Traurige: Bei vielen Themen, bei denen es wirklich um fachliche Themen geht, sitzt die Pflege nicht ausreichend mit am Tisch. Dort sind zwar wichtige Akteure, wie zum Beispiel Kassenvertreter, MDK, Heimaufsichten, Seniorenbeirat etc., aber zu wenig Vertreter mit direktem Zugang zur Pflegepraxis, mit Pflegeerfahrung und Fachkenntnis. Dabei wäre das so wichtig! Diese Erfahrung hat mich motiviert, mich bei der Pflegeberufekammer zu engagieren. Wir können nur etwas verändern, wenn die Pflege in Politik und Gremien mit am Tisch sitzt und mitentscheiden kann. Das funktioniert aber nur über eine Kammer.

Ich glaube, dass die Pflegenden die Probleme in der Praxis am besten kennen und auch konstruktive und praktikable Lösungsideen haben. Die Pflege wird im Moment aber nicht ausreichend mit einbezogen. Mit der Kammer haben wir nun das erste Mal ein direktes Sprachrohr. Wir können unsere Ideen und Vorstellungen an die Kammervertreter herantragen, die diese wiederum an der richtigen Stelle – ob in der Politik oder anderen Gremien – platzieren können. Ich würde mir wirklich wünschen, dass die Pflegenden den Mut haben, diese Möglichkeit für sich nutzen.

Es besteht zudem die Chance, dass über die Pflegeberufekammer das, was die Pflege leistet, für Politik und Gesellschaft sichtbarer gemacht wird. Wir haben nun endlich die Möglichkeit, uns gemeinsam für eine gute Pflege stark zu machen und mit einer Stimme zu sprechen. Und was machen wir daraus? Ich finde es bedauerlich, dass die Kammer im Moment so viel Gegenwind erfährt und dadurch in ihrer Arbeit blockiert wird. Ich sehe die Kammer als einmalige Chance für die Pflege!

Kommentare sind geschlossen.

Newsletter-Popup

Jetzt den Pflegeberufekammer-Newsletter abonnieren und auf dem Laufenden bleiben.

Felder mit einem * sind Pflichtfelder



Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unseren Datenschutzbestimmungen zu.