Ich engagiere mich! Wir fragen warum: Marcus Wulf

In der Kammerversammlung, in Ausschüssen und im Vorstand sind viele Pflegende aktiv. Wir haben sie befragt, warum sie sich für die Kammer einsetzen.

„Wir waren zu lange Spielball anderer Berufsgruppen“

 Marcus Wulf, 41, Fachkrankenpfleger für Psychiatrie

Ich war zunächst gegen die Kammer. Ich dachte, wieder so eine Behörde, die nur Geld kostet und nichts bringt. Ich habe dann einen ziemlich bösen Brief an den Errichtungsausschuss der Pflegeberufekammer geschrieben und eine sehr freundliche Antwort erhalten – zusammen mit vielen Infos zur Kammer.

Ich habe mich dann erstmal informiert, und mir war klar, dass ich nun zwei Möglichkeiten habe: Ich kann mich dagegen wehren oder ich engagiere mich selbst, damit das mit der Kammer in eine Richtung geht, die für den Beruf gut ist. Deshalb habe ich mit anderen Pflegenden eine Liste aufgestellt und mich für die Wahl aufstellen lassen. Jetzt bin ich Mitglied in der Kammerversammlung und engagiere mich in der Öffentlichkeitsarbeit.

Ich bin Fachkrankenpfleger für Psychiatrie und arbeite bereits seit 22 Jahren in der Pflege. Seit 12 Jahren bin ich in der Psychiatrie mit dem Schwerpunkt Suchterkrankungen tätig. Seitdem ich in diesem Beruf bin, habe ich niemals erlebt, dass wir Pflegenden uns zusammengetan haben, um Politik und Arbeitgebern Grenzen aufzuzeigen. Wir waren zu lange Spielball anderer Berufsgruppen. Das Ergebnis: Wir sind schlecht aufgestellt und bekommen – trotz motivierter Kollegen – keine gute Pflege hin.

Ich bin mir sicher: Es braucht einen Zusammenschluss mit fachlicher Expertise, um für die Pflegenden zu sprechen. Wer wenn nicht wir sollte wissen, was für den Beruf gut ist? Man stelle sich vor, dass bei den Ärzten andere Personen Entscheidungen über den Arztberuf treffen würden – das gäbe einen Riesenaufschrei. Die Pflege ist so ein professioneller, facettenreicher Beruf, aber wir wurden immer fremdverwaltet. Mit der Kammer können wir das ändern. Wir müssen und wir können das selbst!

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