Ich engagiere mich! Wir fragen warum: Thomas Jürs

In der Kammerversammlung, in Ausschüssen und im Vorstand sind viele Pflegende aktiv. Wir haben sie befragt, warum sie sich für die Kammer einsetzen.

„Wir brauchen Leute, die noch in der Praxis tätig sind“

 Thomas Jürs, 48, Fachkrankenpfleger für Psychiatrie

Zu dem Zeitpunkt, als das mit der Pflegekammer aufkam, ist mein Vater gestorben – er war ein Mensch, der sich immer sehr engagiert hat. Vielleicht in Erinnerung daran habe ich am Kreiskrankenhaus in Rendsburg eine AG zur Pflegeberufekammer gegründet. Ich fand das Gesetz schon damals ziemlich gut, aber mir war klar: Es hängt davon ab, wer hinterher in der Pflegeberufekammer sitzt. Wir brauchen dafür Leute, die noch in der Praxis tätig sind. Deshalb habe ich mich auch für die Wahl aufstellen lassen.

Ich bin gelernter Altenpfleger und seit 20 Jahren in der direkten Pflege tätig. Zusätzlich habe ich noch eine Fachweiterbildung zum Psychiatriepfleger absolviert und 2016 ein Kunststudium abgeschlossen. Ich hatte aber nie die Motivation, im Bereich der Kunst zu arbeiten – Pflege ist das, was mein Leben kontinuierlich geprägt hat. Heute arbeite ich in der Psychiatrie. Hier fasziniert mich immer wieder, was man mit guter Kommunikation erreichen kann. Der Pflegeberuf ist ein so schöner Job – aber wir reden eigentlich nicht mehr darüber, was gute Pflege ist.

Ich bin jetzt Mitglied der Kammerversammlung und nach jedem Treffen glücklich, dass man der Idee von einer guten Pflege wieder ein Stück nähergekommen ist. Wenn wir selbst definieren, was gute Pflege bedeutet, wird man streitbar gegenüber Arbeitgebern und Vorgesetzten und kann ganz anders mit ihnen diskutieren. Ich kann nicht 16 Patienten in 2 Stunden waschen, sondern maximal 4! Und dafür ist die Berufsordnung da. Hier können wir unseren berufsethischen Vorstellungen von Pflege einen klaren Rahmen geben. Wir wissen um die Zustände, um die Rahmenbedingungen, um die Not in der Pflege. Wer wenn nicht wir selbst, sollen berufliche Regelungen für uns festlegen? An der Ärztekammer sieht man doch, dass es funktioniert!

Ein weiteres wichtiges Argument: Die Entscheidungen im Gesundheitssystem, die unseren Beruf maßgeblich prägen, werden in den Gremien getroffen, in denen die Pflegekammer jetzt mitentscheidet. Diese Chance sollten wir nutzen!

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