Start der Ausbildung unter extremen Bedingungen – Verantwortungsbewusstsein gefordert

Die Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein macht darauf aufmerksam, dass der Start der neuen Pflegeausbildung am 1. April von allen Beteiligten ein besonderes Verantwortungsbewusstsein gegenüber den neuen Auszubildenden verlangt. Junge Menschen ohne Basiskenntnisse sind eine Gefahr für sich selbst und andere, warnt die Kammer.
Der Start der neuen generalistischen Ausbildung am 1. April wäre an sich für alle Beteiligten schon eine große Herausforderung, weil viele Frage noch offen sind. Durch die Corona-Pandemie sind Verantwortlichen zudem vor große Aufgaben, aber auch eine große Verantwortung gestellt. Die Arbeit in allen Einrichtungen findet derzeit im Ausnahmezustand statt. Die qualifizierten Mitarbeiter sind extrem belastet, so dass die vorgesehenen Praxisanleiter sich nur eingeschränkt oder gar nicht um neue Auszubildende kümmern können. Gleichzeitig fällt für die neuen Auszubildenden der sechs wöchige Einführungsblock weg, da die Schulen geschlossen sind. Viele der zumeist jungen Menschen kommen ‚ohne alles‘ auf Station: Ohne Wissen um Hygiene und Selbstschutz, ohne Unterstützung und Anleitung, ohne Kenntnisse über Ihre Rechte und Pflichten.
„Auszubildende dürfen AUF KEINEN FALL ohne irgendeine theoretische Unterweisung seitens der Pflegeschulen in die Praxiseinsätze. Sie gefährden die älteren zu pflegenden Menschen und sie gefährden sich selbst. Die jungen Auszubildenden kennen noch nicht einmal die minimalsten Voraussetzungen. Inhalte wie Infektionsketten und persönliche Hygiene sind ihnen noch nicht vermittelt worden. Auch die haftungsrechtlichen Konsequenzen ihres Handelns können sie nicht kennen,“ sagt Prof. Dr. Anke Fesenfeld, Kammervorstand der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein und Lehrerin für Pflegeberufe
Ergänzend dazu Patricia Drube, Präsidentin der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein:
„Selbstverständlich sollte es für alle Einrichtungen sein, dass keine Versorgung von COVID-19-Pateinten durch „frische“ Schüler erfolgt. Diese müssen erst das grundlegende Wissen über Infektionen und Hygiene erhalten. Das Anlegen und Ablegen von
Schutzausrüstung muss intensiv trainiert werden da es hier auch zur Selbstgefährdung und Verschleppung von Infektionsmaterial kommen kann,“
so Patricia Drube, Präsidentin der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein.
Die Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein K.d.ö.R. bittet alle Verantwortlichen in den Einrichtungen gerade unter den extrem ungünstigen Bedingungen, den Start der Auszubildenden sorgfältig und verantwortungsbewusst zu gestalten. Eine Lösung könnten e-Learning-Angebote an die Auszubildenden sein.
„Es besteht die Gefahr des Ausbildungsabbruchs, weil die Betreuung der Azubis in den Einrichtungen angesichts der Corona Krise nicht gewährleistet werden kann. Auszubildende, die jetzt aufhören oder ausfallen fehlen auch nach der Krise im Gesundheitssystem.,“ so Drube.
In dem Zusammenhang weist die Pflegeberufekammer alle Auszubildenden und Pflegefachpersonen auf ihre neue Servicestelle (www.pflegeberufekammer-sh.de/servicestelle.html, Tel. 04321 85448- 44) hin. Hier können Fragen, aber auch Sorgen und Probleme offen und vertraulich mit Experten der Kammer besprochen werden. Zudem gibt es auch die Möglichkeit, eine juristische Erstberatung in Anspruch zu nehmen oder konkrete pflegefachliche Fragen zu besprechen.

20-04-03 PM PBK-SH Corona – Start der Pflegeausbildung unter extremen Bedingungen

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