Studie zeigt: Corona-Krise belastet die Pflegenden stark

Corona-Krise belastet Pflegende stark

Die Pflege hat sich in Zeiten von Corona deutlich gewandelt: 77,9 % der Pflegenden geben an, dass sich ihr Arbeitsalltag durch die Corona-Krise verändert hat, 81,5 % der Pflegenden fühlen sich dadurch sehr stark, stark oder mäßig belastet. Das sind Ergebnisse der Online-Umfrage „Pflege in Zeiten von Corona“ des Neuropsychiatrischen Zentrums (NPZ) in Hamburg. 463 Personen aus unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen der Pflege hatten in der Zeit von Ende Mai bis Anfang Juni an der Umfrage teilgenommen.

Als einschränkend erleben Pflegende das veränderte Hygiene-Konzept mit Mund-Nasenschutz-Pflicht und Handschuhpflicht. 82,2 % fühlen sich dadurch bei ihrer täglichen Arbeit belastet (sehr stark, stark oder mäßig). Auch die Ausstattung mit persönlichen Schutzausrüstung wie Mund-Nasen-Schutz, Handschuhe, Schutzkleidung, Desinfektionsmittel etc. ist nicht durchgehend gewährleistet. 57,8 % geben an, dass ausreichend Schutzausrüstung immer oder meistens zur Verfügung stehe, 42,2 % sagen, dass es an Schutzausrüstung mangele (teil teils, häufig, immer).

Die Unterstützung durch Leitungskräfte wird als gering gewertet. 74,0 % fühlen sich durch ihre Vorgesetzten in der Corona-Krise gar nicht, wenig oder mäßig unterstützt. Die Stimmung im Team wird zu 49,9 % als viel schlechter oder etwas schlechter erlebt. Zudem geben 76,6 % der Befragten an, aus Verantwortungsgefühl gegenüber den zu Pflegenden ihr Privatleben einzuschränken (ja sehr, ja eher, teilst teils). 59,1 % machen sich Sorgen, sich selbst mit dem Virus anzustecken, 74,9 % haben Angst, dass sie Familie oder Freunde in der Freizeit mit dem Corona-Virus anstecken könnten (ja sehr, ja eher, teilst teils).

Hinweis: Für berufliche Pflegende, die sich belastet oder überfordert fühlen, gibt es ein bundesweites Beratungsangebot während der Corona-Pandemie. Über die Internetplattform www.psych4nurses.de können sie kurzfristig und kostenfrei 30-minütige Telefonberatungstermine mit Psychotherapeut*innen buchen. Das Angebot ist ein gemeinsames Hilfsangebot des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe und der Bundespsychotherapeutenkammer.

 

Foto: Ben Kerckx auf Pixabay

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