Bundespflegekammer fordert 40.000 Pflegeassistenten in der Altenpflege

Gesetzentwurf für mehr Hilfskräfte in der Altenpflege

In der Altenpflege sollen bis zu 20.000 zusätzliche Stellen für Hilfskräfte finanziert werden. Das sieht ein Gesetzentwurf zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung und Pflege vor. Diese zusätzlichen Stellen sollen ein erster Schritt in Richtung eines verbindlichen Personalbemessungsverfahrens für stationäre Pflegeeinrichtungen sein. Ein wissenschaftliches Gutachten hatte gezeigt, dass in der Altenpflege vor allem Hilfskräfte fehlen (wir berichteten).

Die Bundespflegekammer hat nun eine Stellungnahme zu dem Referentenentwurf veröffentlicht. Sie begrüßt, dass nach Vorlage des Gutachtens zügig mit einem flächendeckenden Personalaufbau im Bereich der Pflegehilfskräfte begonnen werden soll und dass die zusätzlichen Stellen voll finanziert werden. Allerdings sieht die Bundespflegekammer deutlichen Nachbesserungsbedarf in verschiedenen Punkten.

Die Zahl von bis zu 20.000 Pflegehilfskräften sei angesichts des enormen Personalbedarfs von rund 120.000 Pflegepersonen nicht ausreichend, heißt es in der Stellungnahme. Aus Sicht der Bundespflegekammer sollten in einem ersten Schritt bis zu 40.000 zusätzliche Stellen zur Verfügung gestellt werden, was etwa einem Drittel des Zielpersonalbedarfs entspräche. Dadurch würde auch signalisiert, dass es die Politik mit der weiteren Umsetzung des Personalbemessungsinstruments ernst meine.

Nachbesserungsbedarf sieht die Bundespflegekammer auch bei den Anforderungen an die Qualifikation der Pflegehilfskräfte. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass die vollstationäre Pflegeeinrichtung, die eine Pflegehilfskraft des Qualifikationsniveaus 1 (Alltagsbegleitung) eingestellt hat, innerhalb von zwei Jahren die Weiterqualifizierung zu Qualifikationsniveau 2 (persönliche Assistenz und Betreuung) sicherstellen muss. Aus Sicht der Bundespflegekammer muss eine Weiterqualifizierung zu Qualitätsniveau 3 (Durchführung von Aufgaben im Rahmen des Pflegeprozesses) das Ziel sein. Nur so könne der zukünftige Bedarf an Personal mit pflegerischer Qualifikation gedeckt und zugleich eine Brücke zur Ausbildung im Heilberuf ermöglicht werden. Ansonsten würden mit Legitimation des Gesetzgebers Sackgassenqualifikationen geschaffen, die so nicht zielführend seien.

Zur vollständigen Stellungnahme der Bundespflegekammer

Stellungnahme_Bundespflegekammer

Kommentare sind geschlossen.

Newsletter-Popup

Jetzt den Pflegeberufekammer-Newsletter abonnieren und auf dem Laufenden bleiben.

Felder mit einem * sind Pflichtfelder



Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unseren Datenschutzbestimmungen zu.