Warum Zeitarbeit für Pflegende zunehmend attraktiv ist

Zeitarbeit für Pflegende zunehmend attraktiv

Eine bessere Bezahlung und flexiblere Arbeitszeiten sind wichtige Gründe, warum sich Pflegende für die Zeitarbeit entscheiden. Das zeigt eine repräsentative Umfrage, die die Pflegekammer Niedersachen im Herbst/Winter 2019 in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (DIP) zum Thema „Zeitarbeit“ durchgeführt hat. Der Hintergrund der Studie: Immer mehr Beschäftigte in der Gesundheits- und Krankenpflege und in der Altenpflege entscheiden sich für ein Zeitarbeitsverhältnis.

In der Umfrage wurden die Pflegenden unter anderem gefragt: „Was wären Gründe in die Zeitarbeit zu gehen bzw. dort zu bleiben?“. Als Antworten nannten die Befragten mehrheitlich eine bessere Bezahlung (rund 55 Prozent), selbstbestimmte und flexiblere Arbeitszeiten (51 Prozent) sowie das Vermeiden eines spontanen „Einspringens“ bei Dienstplanänderungen (rund 47 Prozent). Gründe, der Zeitarbeit fernzubleiben, sind für die Befragten die dauerhafte Zugehörigkeit zu einem festen Pflegeteam (69 Prozent) sowie der feste Dienstort (68 Prozent). Insgesamt können sich 17 Prozent der Befragten vorstellen, in die Zeitarbeit zu gehen. Auch die allgemeine Zufriedenheit der Pflegenden mit ihrer Berufssituation wurde gemessen. Hier zeigt sich: Fast 60 Prozent der Befragten sind sehr unzufrieden oder unzufrieden mit ihrer Berufssituation.

„Zeitarbeit ist ein Phänomen, das in Zeiten zunehmender Personalknappheit und Personaluntergrenzen zunimmt, speziell im Intensiv- und OP-Bereich“, sagt Patricia Drube, Präsidentin der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein. „Wenn Kliniken oder Pflegeeinrichtungen nicht auf Zeitarbeit verzichten können, sollten die Zeitarbeiter so eingesetzt werden, dass die Stammmitarbeiter entlastet werden und mit einem verlässlichen Dienstplan ohne Einspringen aus dem Frei rechnen können.“ Allerdings zeige die Erfahrung: Die Hauptverantwortung bleibe meist beim Stammpersonal. „Die Zeitarbeiter kennen die Arbeitsabläufe und Besonderheiten des jeweiligen Arbeitsbereiches nicht. Viele Aufgaben, die nicht mit der unmittelbaren Patientenversorgung zu tun haben, bleiben somit bei den Stammmitarbeitern“, so Drube.

Mehr als 2.600 Online-Fragebögen von Kammermitgliedern konnten für die Befragung ausgewertet werden. Das Alter der Befragten liegt zwischen 20 und 79 Jahren. Der überwiegende Teil befindet sich in einer Festanstellung (86, 1 %). Ausschließlich in der Zeitarbeit tätig sind 4,2 % und ergänzend zum Haupterwerb 1,2 % der Befragten.

Hier kommen Sie zu einem Factsheet mit einer Kurzzusammenfassung der zentralen Ergebnisse der Umfrage „Zeitarbeit“. Ausführliche Ergebnisse zur Studie veröffentlicht die Pflegekammer Niedersachsen in 2020 im „Bericht zur Lage der Pflegefachberufe in Niedersachsen“.

 

Foto: Sven Wied

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