Pflegegipfel in Kiel: Pflegende brauchen starke Vertretung

Pflegende brauchen starke Vertretung

Wie kann die pflegerische Versorgung einer alternden Gesellschaft sichergestellt werden? Und: Kann eine Pflegeberufekammer dazu beitragen, mehr junge Menschen für diesen wichtigen Beruf zu begeistern? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Pflegegipfels des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags, kurz sh:z, bei der Experten der Gesundheits- und Pflegebranche Ende September gemeinsam diskutierten.

„Pflege hat es verdient, besser vertreten zu werden“, bekräftigte Patricia Drube, Präsidentin der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein. In den vergangenen Jahren sei in der Pflege Raubbau betrieben worden: Stellen wurden gekürzt, teilweise auch Anforderungen in der Altenpflege deutlich abgesenkt. Die Pflegeberufekammer sei notwendig, um die pflegerische Versorgung langfristig zu sichern und könne den beruflich Pflegenden Identität geben, betonte Drube.

Die SPD-Sozialpolitikerin Birte bekräftigte die Notwendigkeit einer Pflegeberufekammer: Die berufliche Pflege müsse endlich mit einer Stimme sprechen und ihre Interessen kraftvoll vertreten. „Das kann eine Kammer am besten leisten.“ Auch Henrik Herrmann, Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein, betonte die Wichtigkeit der neuen Standesvertretung der Pflegenden: „Mit der Pflegeberufekammer haben wir hier in Schleswig-Holstein endlich einen mandatierten Ansprechpartner , der demokratisch legitimiert ist und offiziell vom Landtag ins Leben gerufen wurde“, sagte er auf dem Pflegegipfel in Kiel. Nur gemeinsam mit der Pflege könne man die gesundheitliche Versorgung im Flächenland Schleswig-Holstein zukunftsfähig machen.

Kritik an der Pflegeberufekammer äußerten der FDP-Abgeordnete Dennys Bornhöft und der Kammergegner Heiko Godow, Betreiber eines ambulanten Pflegedienstes. Ihr vorrangiges Argument: Die Gewerkschaften könnten mit ihrer Tarifhoheit mehr für die Pflegenden erreichen als die Kammer. Allerdings, so konterte die SPD-Politikerin Birte Pauls: Gewerkschaften seien zwar für Tariffragen, aber nicht für berufsständische Belange zuständig. „Es geht darum, die inhaltlichen Angelegenheiten der Pflege in die eigenen Hände zu nehmen“, betonte Pauls. „Wir brauchen eine absolute Stärkung des Berufs.“

Trotz aller Meinungsunterschiede – Einigkeit bestand bei allen Beteiligten in einem Punkt: Die Pflegenden brauchen eine starke Vertretung, um ihre berechtigten Belange durchzusetzen.“

 

Foto: Sven Wied

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