2. Welle der COVID-19-Pandemie – Sofortmaßnahmen gegen Domino-Effekte im Gesundheitssystem

Die 2. Welle der COVID-19-Infektionen zeigt sich auch im Norden. Der lange bestehende Personalmangel in allen Gesundheitsbereichen wird durch die Pandemie allen offensichtlich. Schon heute fehlt das Personal für die vorhandenen Intensiv- und Beatmungsbetten. Steigende Zahlen einer 2. Welle sowie Personalausfälle und Erkrankungen könnten einen gefährlichen Domino-Effekt erzeugen. Viele Ärzteorganisationen warnen und auch die Pflegeberufekammer Schlewsig-Holstein fordert Sofortmaßnahmen.

Deutlich erkennbar steigen alle Corona-Kennzahlen an. Auch wenn Schleswig-Holstein im Bundesvergleich derzeit noch relativ gut dasteht, ist dies kein Anlass für Nachlässigkeiten. Im Gegenteil: Es ist zu befürchten, dass eine 2. Welle schon bald auch im Norden zu erheblichen Auswirkungen auf das öffent-liche Leben und die Gesundheitsversorgung führen wird.

Das Fehlen von Pflegefachpersonen ist überall der Engpassfaktor – so ist das Personal in der Langzeitpflege schon jetzt überlastet. Der notwendige zusätzliche Aufwand durch Hygienemaßnahmen sowie der Ausfall von Mitarbeitenden durch Ansteckung oder Quarantäne wird die Versorgungssituation der Bewohnerinnen und Bewohner weiter verschlechtern.

Der ohnehin schon bestehende Fachpersonenmangel wird durch die Pandemie deutlich sichtbar und verstärkt. Pflegefachpersonen sind überall der Engpassfaktor. Unter anderem aus diesen Gründen  weist die Pflegeberufekammer auf sofort zu ergreifende Maßnahmen hin:

  • Pflege braucht Unterstützung und Entlastung: Leiharbeit und die Stille Reserve (Berufsaussteiger) sollten als Pflegereserve gesichert werden
  • zudem könnten Mitarbeiter*innen des MDK und/oder der Heimaufsicht in dieser Situation die Einrichtungen bei der Durchführung der PCR-Tests und Hygieneunterweisung (Besucher) in der stationären Langzeitpflege unterstützen
  • Teststrategie: PCR-Testergebnisse von Pflegefachpersonen müssen innerhalb von 24 Stunden vorliegen. Wir fordern dringend eine Priorisierung der Auswertung!
  • Ausstattung mit Schutzausrüstung sicherstellen und Fehlverteilungen sowie das Horten vermeiden
  • Meldeverfahren anpassen – infizierte Pflegefachpersonen müssen gesondert erfasst werden
  • Corona-WarnApp muss noch stärker genutzt werden. Beschäftigte und Besucher von (ambulanten und stationären) Gesundheitseinrichtungen sollten die App nutzen.

Die Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein sendet einen Appell an die Bevölkerung:

„Bleiben Sie im Interesse aller zu Hause. Wenn wir uns jetzt nicht solidarisch verhalten, haben wir Krankenhäuser und Pflegeheime – aber niemanden, der dort arbeitet“, so Patricia Drube, Präsidentin der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein.

Pressemitteilung

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