MDK-Qualitätsprüfungen und Pflegebegutachtungen wieder gestartet

MDK-Qualitätsprüfungen und Pflegebegutachtungen wieder gestartet

Seit Oktober 2020 hat der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) die Qualitätsregelprüfungen in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen wieder aufgenommen. Auch persönliche Pflegebegutachtungen finden nun wieder statt. Beides war zum Schutz vor Corona-Infektionen seit Mitte März ausgesetzt. Die Wiederaufnahme erfolgt unter Einhaltung von Hygiene- und Schutzmaßnahmen, wie der MDK in einer Pressemitteilung berichtet.

Bei den Qualitätsprüfungen sollte bedacht werden, dass die Corona-Pandemie die Pflegeheime und die ambulanten Pflegedienste vor große Herausforderungen stellt. Darauf weist die Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein hin und fordert eine auf die Pandemie abgestimmte Prüfung und Interpretation der Ergebnisse. „Wir erwarten, dass die Prüfer berücksichtigen, welche Auswirkungen die Kontaktbeschränkungen und die pandemiebedingten Mehrbelastungen auf die Ergebnisse der Prüfungen haben“, sagt Patricia Drube, Präsidentin der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein.

Die Wiederaufnahme der persönlichen Pflegebegutachtung bewertet Drube sehr positiv. „Um die Pflegesituation adäquat einschätzen zu können, ist es wichtig, dass wieder Begutachtungen vor Ort stattfinden“, sagt sie. Zwar seien während der Pandemie strukturierte Telefoninterviews entwickelt und eingesetzt worden, mit dem die Gutachter*innen den Grad der Pflegebedürftigkeit weiter feststellen konnten. „Häufig fehlte es den Betroffenen jedoch an Unterstützung, die Situation im Rahmen von Telefoninterviews angemessen darzulegen“, sagt Drube. Durch das Aussetzen der Besuche sei bei Verbrauchern außerdem das Gerücht entstanden, es würden vorübergehend gar keine Begutachtungen mehr stattfinden.

Der MDK weist darauf hin, dass auch ab Oktober das Telefonverfahren in zwingenden Ausnahmefällen wie beispielsweise in Corona-Hotspots, im Falle von akuten Ansteckungsrisiken oder bei immenser Immunschwäche von Versicherten weiterhin eingesetzt werden könne, um den Infektionsschutz sicherzustellen.

 

Foto: Sven Wied

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