Mehr als 2.000 Intensivpatienten mit Corona im November befürchtet

Anzahl Intensivpatienten mit Corona

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) äußert sich besorgt über die steigende Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus. „Wir wissen aus der ersten Welle der Pandemie, dass diese steigenden Neuinfektionen in einem Zeitversatz von etwa 14 Tagen auch in den Krankenhäusern ankommen“, sagt der Präsident der DKG, Dr. Gerald Gaß, in einer Pressemitteilung. Schon jetzt sehe man eine Verdopplung der Neuaufnahmen infizierter Patienten zur Vorwoche. Auch die Zahl der COVID-19 Behandlungen in den Intensivstationen nehme deutlich zu. „Wir müssen davon ausgehen, dass wir schon im November die Zahl von rund 2.000 Intensivpatienten mit Coronainfektion erreichen werden“, sagt Dr. Gaß. Dann seien die deutschen Kliniken nicht mehr weit von der Höchstzahl aus dem Frühjahr entfernt.

Die Vorbereitung der Kliniken auf weiter steigende Patientenzahlen laufe planmäßig, hier profitiere man von den Erfahrungen aus dem Frühjahr. Auch verfüge Deutschland über deutlich mehr Beatmungsbetten, als dies noch im März der Fall war. Insgesamt seien mehr als 10.000 Beatmungsbetten aufgestockt worden. Ein Problem bleibe aber die Ausstattung dieser zusätzlichen Kapazitäten mit dem entsprechenden Fachpersonal. „Eine gewisse Entspannung konnte dadurch erreicht werden, dass Beschäftigte in Kurzqualifikationen für den Einsatz in Teams im Intensivbereich vorbereitet wurden“, sagt Dr. Gerald Gaß. „Wir werden aber von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erneut eine große Flexibilität und Einsatzbereitschaft abverlangen müssen, um in dieser Ausnahmesituation den Schutz der Bevölkerung zu organisieren“, so Dr. Gerald Gaß. Die Bevorratung von persönlicher Schutzausrüstung und Desinfektionsmitteln sei aktuell gut, auch die weiteren Lieferungen seien derzeit gesichert.

„Der Engpass ist nicht die Anzahl der Intensivbetten, sondern das Pflegepersonal, das eine sichere Versorgung der Schwerstkranken gewährleisten kann“, gibt Patricia Drube, Präsidentin der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein, zu bedenken. „Die pflegerische Ausstattung ist in den vergangenen Jahren immer mehr am Limit gefahren worden. Das fällt uns in der Corona-Krise vor die Füße.“ Hinzu komme, dass belastbare Zahlen fehlen: Wie viele Intensivpflegende gibt es in Deutschland? Denn während viel über die Anzahl der Intensivbetten und Beatmungsgeräte gesprochen werde, frage kaum jemand: Wer kann die Intensivpatienten in diesen Betten versorgen? „Wir brauchen diese Kennzahlen dringend – das ist ein wichtiges Argument für Pflegekammern, die diese Zahlen liefern können“, sagt Drube.

 

Foto: H. Shaw on Unsplash

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