Miniserie zur Pflegeausbildung: Viel Kritik an den „Ehrenpflegas“

Viel Kritik an Ehrenpflegas

Mit einer fünfteiligen Youtube-Miniserie möchte das Bundesfamilienministerium Jugendliche auf den Pflegeberuf und die neue Pflegeausbildung aufmerksam machen. Sie soll „unkonventionell und unterhaltsam über den Pflegeberuf und die neue Pflegeausbildung informieren und die Jugendlichen auf den Kanälen erreichen, die sie auch wirklich nutzen“, heißt es vonseiten des Ministeriums. Die Miniserie begleitet drei angehende „Ehrenpflegas“ in der neuen generalistischen Ausbildung und ist Bestandteil der Kampagne „Mach Karriere als Mensch!“. Entwickelt wurde sie zusammen mit den Produzenten des Kinofilms Fack Ju Göhte.

Nach der Premiere am 12. Oktober in Berlin hagelte es Kritik. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) distanzierte sich ausdrücklich von der Darstellung des Pflegeberufs und der Pflegeausbildung in den Videos, die „Selbstverständnis, Ethos und Pflegefachlichkeit der Berufsgruppe“ verletze. Auch in den sozialen Medien machen viele Pflegende ihrem Unmut über die Miniserie Luft.

Patricia Drube, Präsidentin der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein, kritisiert vor allem, dass die Serie ein falsches Bild von der Nachwuchs-Zielgruppe vermittle, die man in der Pflege erreichen möchte. „Der Protagonist verkörpert den typischen ‚Loser‘, bildungsfern und nicht besonders clever, der zuvor schon in drei anderen Berufen gescheitert ist und es jetzt mal mit der Pflege versucht“, sagt Drube. „Damit kommt bei mir an: Die Familienministerin Giffey hat noch immer nicht verstanden, dass die Pflege kein Auffangbecken für diejenigen ist, für die es zu etwas anderem nicht reicht – das ist eine fatale Botschaft an die Berufsgruppe.“ Allerdings habe die Serie definitiv auch positive Aspekte, weil viele wichtige Fakten über die generalistische Ausbildung vermittelt werden. Bei der Bewertung sei zudem zu bedenken, dass sich die Serie nicht an erfahrene Kolleginnen und Kollegen richte, sondern an Jugendliche.

 

Foto: BMFSFJ

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