Weitere Pflegepersonaluntergrenzen für vier Klinikbereiche geplant

Weitere Pflegepersonaluntergrenzen für vier Klinikbereiche geplant

Ab 2021 soll es in vier weiteren stationären Abteilungen im Krankenhaus Pflegepersonaluntergrenzen geben. Das berichtet das Online-Portal „BibliomedPflege“ und beruft sich dabei auf den Referentenentwurf einer „Verordnung zur Festlegung von Pflegepersonaluntergrenzen in pflegesensitiven Bereichen in Krankenhäusern für das Jahr 2021“, der der Redaktion vorliegt. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) wird demnach im kommenden Jahr Vorgaben in der allgemeinen Chirurgie, inneren Medizin, Pädiatrie und pädiatrischen Intensivmedizin machen.

Die Pflegepersonaluntergrenzen sollen so aussehen:

Allgemeine Chirurgie: 1 Pflegefachperson zu 10 Patient*innen in der Tagschicht (1 zu 20 in der Nachtschicht)

Innere Medizin: 1 Pflegefachperson zu 10 Patient*innen in der Tagschicht (1 zu 22 in der Nachtschicht)

Pädiatrie: 1 Pflegefachperson zu 5 Patient*innen in der Tagschicht (1 zu 9 in der Nachtschicht)

Pädiatrische Intensivmedizin: 1 Pflegefachperson zu 2 Patient*innen in der Tagschicht (1 zu 3 in der Nachtschicht)

Pflegepersonaluntergrenzen gelten seit 2019 in der Geriatrie, Intensivmedizin, Unfallchirurgie und Kardiologie, seit 2020 in der Herzchirurgie, Neurologie, neurologischen Frührehabilitation und auf Stroke-Units. „Untergrenzen sind eine Notlösung, um in vermeintlich besonders pflegesensitiven Bereichen weiterhin eine sichere Patientenversorgung zu gewährleisten“, sagt Patricia Drube, Präsidentin der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein. „Diese ging schon bislang immer wieder zulasten der Bereiche, für die keine Untergrenzen gelten. Wir brauchen dringend ein pflegewissenschaftlich fundiertes Personalbemessungsverfahren, das für alle Pflegeabteilungen gilt.“

Seit März sind die Pflegepersonaluntergrenzen wegen der Corona-Pandemie ausgesetzt, gelten aber in der Intensivmedizin und Geriatrie wieder seit August 2020. Die übrigen Grenzwerte werden voraussichtlich bis Ende dieses Jahres ausgesetzt bleiben.

 

Foto: Sven Wied

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