Neue Leitlinie zur stationären Therapie von Patienten mit COVID-19

Grippe oder Covid-19?

Seit dem 23. November ist eine neue S2k-Leitlinie öffentlich, die Empfehlungen zur stationären Therapie von COVID-19-Patienten zusammenfasst. Diese erweitert die intensivmedizinische S1-Leitlinie, die bereits seit März 2020 vorliegt, um den gesamtstationären Bereich und gibt Krankenhausärzten nun erstmals eine ganzheitliche und fächerübergreifende Handlungsanweisung an die Hand. Denn die zunehmende Anzahl an Infektionen führt auch zu einem schnellen und relevanten Anstieg der stationären Patienten mit COVID-19.

Die Leitlinie umfasst Empfehlungen über den gesamten Verlauf der stationären Behandlung – von der Aufnahme und Diagnostik über die Therapie bis hin zum weiteren Krankheitsverlauf. Sie definiert zum Beispiel, wann eine stationäre und wann eine intensivmedizinische Betreuung erforderlich ist. Eine Aufnahme auf die Intensivstation von COVID-19 Patienten sollte laut Leitlinie erfolgen, wenn eines der folgenden Kriterien erfüllt ist: 1. Hypoxämie SpO2 < 90 % (unter 2 bis 4 Liter Sauerstoff/Min bei nicht vorbestehender Therapie) und Dyspnoe oder 2. Atemfrequenz > 25-30/Min (Empfehlung 5). Auch hält die Leitlinie fest, wann welche Form der Atemunterstützung und wann eine Intubation und mechanische Beatmung zum Einsatz kommt.

Hervorgehoben wird bei der stationären Behandlung von COVID-19-Patienten, dass strenge Hygieneregeln eingehalten werden müssen, auch und besonders, um das Personal zu schützen. Ein wichtiges Kapitel befasst sich zudem mit der medikamentösen Therapie. Hier wird der aktuelle Stellenwert der eingesetzten Medikamente in der Leitlinie ausführlich dargelegt, eine Sterblichkeitsreduktion konnte bisher nur für Dexamethason bei schwer kranken Patienten nachgewiesen werden.

An der Erstellung der neuen Leitlinie waren federführend drei Fachgesellschaften beteiligt – die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), und die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Elf weitere Fachgesellschaften haben an der Erstellung der Leitlinie mitgewirkt.

 

Foto: Pixabay

Kommentare sind geschlossen.

Newsletter-Popup

Jetzt den Pflegeberufekammer-Newsletter abonnieren und auf dem Laufenden bleiben.

Felder mit einem * sind Pflichtfelder



Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unseren Datenschutzbestimmungen zu.