Pflegepersonalmangel bringt Intensivversorgung an Belastungsgrenze

Pflegepersonalmangel in der Intensivpflege

In Deutschland stehen nur 25.000 Intensivpflegefachpersonen zur Verfügung. Das berichtet die „Augsburger Allgemeine“ und beruft sich auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Kordula Schulz-Asche an die Bundesregierung. Bei knapp 28.000 Intensivbetten bedeutet das, dass es weniger als eine Fachpflegeperson pro Intensivbett gibt. Demnach käme bei einer 24-Stunden-Betreuung an sieben Tagen die Woche im Schnitt maximal eine Vollzeitkraft auf fünf Intensivbetten, wenn alle Betten voll belegt sind.

Die pflegepolitische Sprecherin der Grünen nannte die geringe Zahl an Fachpflegekräften eines der größten Risiken in der Corona-Pandemie. „Der jahrelange, bekannte Mangel besonders an Pflegefachkräften droht uns nun in der Pandemiebekämpfung an die Belastungsgrenzen des Gesundheitssystems zu bringen“, sagte sie dazu. Neben einer wissenschaftlichen Personalbemessung für die Pflege im Krankenhaus forderte Schulz-Asche eine berufsständige Vertretung, wie eine Bundespflegkammer, damit Pflegefachkräfte an der Entwicklung von vorbehaltenen Aufgaben mitarbeiten und sie mitbestimmen können.

Laut dem DIVI-Intensivregister befinden sich aktuell 3.826 Patient*innen mit Covid-19 in intensivmedizinischer Behandlung (Stand: 26.11.20), das sind etwa zehnmal mehr als noch Anfang Oktober. Im Moment stehen noch gut 5.500 Intensivbetten zur Verfügung. Die Bundesregierung stellte in ihrer Antwort klar, dass die im Intensivregister täglich gemeldeten freien Betten tatsächlich auch mit ausreichend Pflegepersonal zur Verfügung stehen. Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Prof. Uwe Janssens, hatte bereits Ende Oktober in einem Youtube-Video vor einer Mangelversorgung gewarnt: Viele der Zusatzbetten, die geschaffen worden seien, könnten „nicht belegt werden, weil das Personal zur Versorgung der Patienten fehlt“. Insgesamt würden in Deutschland 3.000 bis 3.500 Intensivpflegekräfte fehlen.

 

Foto: Irwan iwe on Unsplash

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