Pflegepersonaluntergrenzen sollen nicht wieder ausgesetzt werden

Pflegepersonalmangel in der Intensivpflege

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) plant im Moment keine erneute Aussetzung der Pflegepersonaluntergrenzen in den Bereichen Intensivmedizin und Geriatrie. Das berichtete das Deutsche Ärzteblatt am vergangenen Freitag und beruft sich auf eine Anfrage an das BMG. Während der ersten Pandemiewelle waren die geltenden Pflegepersonaluntergrenzen ab dem 1. März ausgesetzt worden, um die Kliniken von bürokratischen Aufgaben zu entlasten. Dies galt für die acht Bereiche: Geriatrie, Intensivmedizin, Unfallchirurgie, Kardiologie, Herzchirurgie, Neurologie, neurologische Schlaganfalleinheit und neurologische Frührehabilitation. Seit dem 1. August gelten die Pflegepersonaluntergrenzen wieder in der Intensivmedizin und der Geriatrie.

Komme es zu aktuellen COVID-19-bedingten Mehrbelastungen könnten die Krankenhäuser flexibel reagieren, da bis Ende Dezember 2020 die Pflegepersonaluntergrenzen in den sonstigen pflegesensitiven Fachbereichen weiter ausgesetzt seien, sagte das BMG gegenüber dem Ärzteblatt. Zudem hätten Krankenhäuser bei regionalen epidemiologischen Lagen auch weiterhin die Möglichkeit, von den Pflegepersonaluntergrenzen in der Intensivmedizin und der Geriatrie abzuweichen, wenn dies aufgrund steigender Fallzahlen erforderlich sei.

„Es ist eine absolute Notwendigkeit, dass die Untergrenzen zumindest für die Geriatrie und die Intensivstationen eingehalten werden“, sagt Patricia Drube, Präsidentin der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein. „Wenn die Untergrenzen ausgesetzt werden, wird das absolute Minimum für eine sichere Patientenversorgung unterschritten. Das darf weder den Pflegenden noch den Patienten zugemutet werden.“

 

Foto: Irwan iwe on Unsplash

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