Grippe und Covid-19: Wie unterscheiden sich Erkrankungs- und Sterberisiken?

Grippe oder Covid-19?

Manche Menschen denken, dass Corona nur eine Art Grippe ist, und damit auch nicht viel gefährlicher. Dabei unterscheiden sich das Ansteckungs-, Erkrankungs- und Sterberisiko zwischen Covid-19 und einer Influenza deutlich. Pflegefachpersonen können hier wichtige Aufklärung leisten, gerade im Kontakt mit Risikogruppen. Eine gute Hilfestellung bieten dabei die Faktenboxen des Harding-Zentrums für Risikokompetenz. Diese haben die Risiken nach unterschiedlichen Altersgruppen aufgeschlüsselt, sodass sich ein schneller Überblick ergibt.

Deutlich wird, dass bei einem engen Kontakt zu einem Infizierten das Erkrankungsrisiko bei Covid-19 deutlich höher liegt als bei einer Grippe – und das über alle Altersgruppen hinweg. Während bei einer Grippe etwa 3 bis 70 von 1.000 Menschen in engem Kontakt zu einem Infizierten erkranken, sind es bei Covid-19 zwischen 50 bis 280. Auch kommt es bei Covid-19 deutlich häufiger zu schweren Symptomen, die in einem Krankenhaus behandelt werden müssen. Während bei Menschen zwischen 20 und 39 mit einer Grippe nur 0 bis 3 Menschen von 1.000 Menschen in engem Kontakt zu einem Infizierten stationär aufgenommen werden müssen, sind es bei Covid-19 schon 2 bis 8. Bei den 40- bis 59-Jährigen sind es 5 bis 20 und bei den 60- bis 79-Jährigen 20 bis 60 Menschen. Zum Vergleich: Bei den 60- bis 79-Jährigen mit Grippe haben nur 0 bis 10 von 1.000 Menschen in engem Kontakt zu einem Infizierten so schwere Symptome, dass sie ins Krankenhaus müssen.

Grippe oder Covid-19?
Beispiel für eine Faktenbox der Altersgruppe zwischen 60 und 79 Jahren

Enger Kontakt mit einem Corona-Infizierten birgt vor allem ein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko für Menschen zwischen 60 und 79 Jahren. Bei einer Grippe versterben 0 bis 0,1 von 1.000 Menschen in engem Kontakt zu einem Infizierten, bei Covid-19 sind es 0 bis 10. In der Altersgruppe der 20- bis 39-Jährigen liegt das Sterblichkeitsrisiko hingegen nicht höher als bei einer Grippe und bei den 40- bis 59-Jährigen ist es nur leicht erhöht. Hier versterben 0 bis 1 von 1.000 Menschen in engem Kontakt zu einem Infizierten (im Vergleich: bei Grippe sind es 0 bis 0,1).

Zu den Begrifflichkeiten: Eine Grippe ist eine Erkrankung, die durch das Influenzavirus ausgelöst wird. Sie geht typischerweise mit hohem Fieber, Kopf-, Glieder- und Rückenschmerzen sowie Husten, Schnupfen, Halsschmerzen und Heiserkeit einher. Das Corona-Virus (SARS-CoV-2) kann eine grippeähnliche Erkrankung (Covid-19) auslösen. Diese verläuft in den meisten Fällen milde oder sehr milde, kann bei manchen Menschen aber zu einer Lungenentzündung führen.

 

Foto: Pixabay

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