ICN fordert Investitionen in Ausbildung und Umschulung

Pflegeausbildung und Umschulung

Der International Council of Nurses (ICN) fordert die Regierungen auf, zusätzliche zweckgebundene Mittel zur Verfügung zu stellen, um nach der Pandemie gezielt in die Ausbildung und Umschulung von Pflegenden zu investieren. Damit könne das Gesundheitswesen gestärkt werden und gleichzeitig eine neue Perspektive für diejenigen geschaffen werden, die ihren Arbeitsplatz im Zusammenhang mit der Pandemie verloren haben. Weltweit fehlen laut dem ICN sechs Millionen Pflegepersonen. Der ICN schlägt in einer Pressemitteilung vor, sogenannte HERO-Fonds (health, education and retraining opportunity) einzurichten. Mit diesen Fonds könnten sowohl Bildungsanbieter unterstützt werden, ihre Kapazitäten zu erhöhen, als Arbeitssuchende bei der Umschulung in Gesundheits- und Pflegeberufe.

Die Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein unterstützt die Forderung des ICN nach einer Ausbildungs- und Umschulungsoffensive für die Pflege. „Nicht nur vor dem Hintergrund der Pandemie, sondern auch angesichts der Überalterung der Pflegeberufe besteht dringender Handlungsbedarf“, sagt Kammerpräsidentin Patricia Drube. In Schleswig-Holstein werden in den nächsten zehn bis zwölf Jahren knapp 40 Prozent aller Pflegefachpersonen in den Ruhestand gehen, wie Daten der Pflegeberufekammer zeigen. „Wir müssen also dringend in die Ausbildung investieren, sonst steuern wir auf einen dramatischen Engpass in der pflegerischen Versorgung zu.“ Dabei müsse aber die Strategie „Masse statt Klasse“ unbedingt vermieden werden. „Es geht darum, Menschen anzusprechen, die diesen fachlich und persönlich anspruchsvollen, aber auch vielseitigen Beruf aus echtem Interesse und nicht aus einer Notsituation ergreifen wollen.“

Zudem sei es erforderlich, die Rahmenbedingungen der beruflichen Pflege umgehend zu verbessern, zum Beispiel durch faire Löhne, verlässliche Dienstpläne, flexible Arbeitszeitmodelle und wertschätzende Führung. „Nur so können wir Pflegefachpersonen langfristig in ihrem Beruf halten und den Pflegenachwuchs sichern“, sagt Drube. „Das muss der Anspruch aller Beteiligten sein – im Sinne der Pflegenden, aber vor allem auch im Hinblick auf die uns anvertrauten Pflegebedürftigen.“

 

Foto: Sven Wied

Kommentare sind geschlossen.

Newsletter-Popup

Jetzt den Pflegeberufekammer-Newsletter abonnieren und auf dem Laufenden bleiben.

Felder mit einem * sind Pflichtfelder



Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unseren Datenschutzbestimmungen zu.