„Pflege verdient mehr“ – Kampagne für mehr Anerkennung und Gehalt

Mit einer bundesweit einmaligen Kampagne wirbt die Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein für mehr Gehalt, mehr Personal, mehr Anerkennung und mehr Entscheidungskompetenz für Pflegeprofis im nördlichsten Bundesland. Die Kampagne ist zugleich der Startschuss für eine Online-Unterschriftensammlung/Mitmach-Aktion zur Unterstützung von Pflegenden.

Direkt zur Kampagne und Petition

„Unsere Pflegenden verdienen mehr als nur Sympathie“, erklärte die Präsidentin der Pflegeberufekammer Patricia Drube. „Als eine der tragenden Säulen unserer Gesellschaft verdienen Pflegeprofis mehr Respekt, mehr Anerkennung, bessere Arbeitsbedingungen, mehr Entscheidungsfreiheiten und vor allem eine bessere Bezahlung. Dafür kämpfen wir“, erläuterte Drube die Ziele der Kampagne. Um das zu erreichen, brauchen wir einen neuen gesellschaftlichen Druck.

Patricia Drube  Kammerpräsidentin Patricia Drube

Unter dem Motto „Pflege verdient mehr“ werden ab dem 16. Dezember insgesamt acht Motive online gezeigt und beworben. Die Motive unserer Berufsstandskampagne unterscheiden sich deutlich von denen in bisherigen Kampagnen. „Wir zeigen bewusst nicht die Pflegeprofis, sondern stellen die Menschen, die gute Pflege benötigen, in den Mittelpunkt. Und zwar in Gestalt unserer Mütter, Kinder, Großväter oder Geschwister“, so Kammervorstand Frank Bourvé. „Denn wenn wir unsere Liebsten in die Hände anderer geben müssen, dann wird uns schlagartig klar, dass dieser Beruf unserer Gesellschaft mehr wert sein muss.“

 

  Kammervorstand Frank Bourvé

Die Corona-Pandemie habe allen noch einmal drastisch die in der Gesellschaft vorhandene Lücke zwischen der existenziellen Aufgabe des Berufes und den teils dramatischen Arbeitsbedingungen sowie der viel zu geringen Bezahlung von Pflegenden aufgezeigt, betonte Drube. „Es ist an der Zeit, diesen Konflikt nicht nur anzusprechen, sondern dessen Lösung zu einem Anliegen vieler zu machen.“  r Engpass seien nicht Krankenhausbetten oder Beatmungsgeräte, sondern gut ausgebildetes und angemessen bezahltes Pflegepersonal. Ebenso wie die Bundespflegekammer fordert daher die Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein unter anderem, die Gehälter in der Langzeitpflege und Rehabilitation schnell an die der Krankenhauspflege anzugleichen, einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag in der Langzeitpflege abzuschließen, der sich am TVöD oder den AVR der konfessionellen Krankenhausträger orientiert sowie das Lohnniveau für alle Pflegefachpersonen schrittweise auf ein Einstiegsgehalt von 4.000 Euro brutto anzuheben.  Zudem sollten Pflegeprofis auf Corona-Stationen eine Zulage von 1.000 Euro erhalten. „Die Kampagne stellt allen Bürger*innen und Entscheider*innen in diesem Land die Frage, was uns als Gesellschaft gute Pflege wert ist. Damit erhebt die Kammer die Stimme für alle Pflegenden. Das ist unsere Aufgabe“, so Drube weiter.

Befragungsergebnisse bestätigten, dass nach der ersten Coronawelle und allem Applaus sehr schnell wieder zur Tagesordnung übergegangen wurde. „Und das, obwohl es im Frühjahr so schien, als hätte die Öffentlichkeit begriffen, dass etwas in unserem System falsch läuft. Unsere Kampagne sorgt dafür, dass sich ein starker gesellschaftlicher Konsens für gute Pflege manifestiert. Mit der Kampagne wollen wir erreichen, dass jetzt eine echte Pflegewende eingeleitet wird“, betonte die Präsidentin der Kammer abschließend.

Begleitet wird das Online Marketing zudem mit einem Blog auf der Website der Pflegeberufekammer, auf dem spezifische Themen und Geschichten aus der Pflege eine Rolle spielen. Die Pflegeberufekammer unterstützt die bezahlten Aktivitäten zusätzlich über regelmäßige organische Facebookposts und Tweets zur Kampagne. Anfang des kommenden Jahres solle zudem die Bewerbung über Out-of-Home-Medien in ganz Schleswig-Holstein folgen und die Online-Maßnahmen verstärken.

  Kammervorstand Marco Sander

Die Pflegeberufekammer investiert einen erheblichen Anteil des Haushaltsbudgets für Öffentlichkeitsarbeit in diese erste wirkliche Berufsstandskampagne für Pflegeprofis. Schleswig-Holstein geht hier einen komplett anderen Weg, als es das Bundesministerium mit seiner „Ehrenpflegas-Kamapgne“ tat, die sich auf die Rekrutierung ausrichtete. „Wir unterstützen die Werbung um Auszubildende, wie es Das Land Schleswig-Holstein mit der Kampagne „Echte Pflege. Im echten Norden.“ tut. Um aber junge Menschen für diesen Beruf gewinnen können müssen aber dringend die Bedingungen für Pflegende verbessert werden stimmt Marco Sander aus dem Kammervorstand zu.

 

Kampagne und Unterschriftenaktion unter

https://pflegeberufekammer-sh.de/aktuelles/pflege-verdient-mehr/

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