Tagespflege erhält erstmals eigene Qualitätsprüfungs-Richtlinien

Tagespflege Qualitätsprüfungs-Richtlinien

Einrichtungen der Tagespflege werden künftig nach eigenen Richtlinien geprüft werden. Das Bundesministerium für Gesundheit hat im November 2020 die Qualitätsprüfungs-Richtlinien (QPR) für die Tagespflege genehmigt. Diese werden voraussichtlich zum 1. April 2021 in Kraft treten. Dabei wird es keine Noten, Ampel o. Ä. geben. Die Ergebnisse werden auch nicht zu Bereichs- oder Gesamtnoten zusammengefasst. Die Veröffentlichung erfolgt analog nach dem stationären Muster. Indikatoren sind zunächst nicht vorgesehen.

„Es ist sehr bedauerlich, dass sich diese Richtlinie – ebenso wie die Vorgängerversionen – eng an der Richtlinie von stationären Einrichtungen orientiert“, sagt Patricia Drube, Präsidentin der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein. „Tagespflegeeinrichtungen sind kein Nischenangebot oder Anhängsel von stationären Pflegeeinrichtungen. Sie sind ein zentrales Angebot zur Unterstützung der häuslichen Pflege und hätten ein Prüfkonzept verdient, das ihren zentralen Anteil an der Aufrechterhaltung ambulanter Pflegesettings darstellbar macht.“

Der Prüfkatalog besteht aus Qualitätsaspekten in sechs Bereichen:

  1. Mobilität und Selbstversorgung (Mobilität, Ernährung, Kontinenz, Körperpflege)
  2. Unterstützung im Umgang mit krankheits‐ oder therapiebedingten Anforderungen (Schmerzmanagement, Wundversorgung u. a.)
  3. Gestaltung des Alltagslebens und Förderung sozialer Kontakte (Kommunikation, Tagesstrukturierung u. a.)
  4. Besonderer Bedarf (Pflegeüberleitung, herausforderndes Verhalten, FEM u. a.)
  5. Übergreifende Aspekte (Hygiene, Hilfsmittel u. a.)
  6. Einrichtungsinterne Organisation und internes Qualitätsmanagement

Die Informationsgrundlagen der Prüfung werden sein:

  • Verfassung und Auskunft der/des Pflegebedürftigen
  • Fachgespräch und mündliche Auskünfte der Pflegefachpersonen
  • Dokumentation
  • Beobachtungen.

Dem Fachgespräch kommt im neuen Prüfverfahren – wie auch in der stationären Altenpflege – ein höherer Stellenwert zu. In der Regel hat die fachlich schlüssige, mündliche Darstellung der Versorgung, der Bedarfe des pflegebedürftigen Menschen und anderer Sachverhalte einen ebenso hohen Stellenwert wie die schriftliche Dokumentation.

 

Foto: Sven Wied

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