Trotz Corona: Deutscher Ethikrat fordert Mindestmaß an Kontakten in Pflegeheimen

Deutscher Ethikrat Corona

Menschen, die in stationären Pflegeinrichtungen leben, müssen besonders vor Corona geschützt werden. Gleichzeitig brauchen sie dringend menschliche Kontakte – ein Spagat für viele Einrichtungen. Der Deutsche Ethikrat hat nun Empfehlungen veröffentlicht, die trotz Infektionsschutzmaßnahmen ein Mindestmaß an sozialen Kontakten sicherstellen sollen.

Bei der Bestimmung des Mindestmaßes sozialer Kontakte sollte weniger deren Anzahl und Häufigkeit als vielmehr deren Qualität in den Blick genommen werden, empfiehlt der Deutsche Ethikrat in einer Pressemitteilung. Es „müsse stets individuell beantwortet werden, welche Beschränkungen hinsichtlich Art und Häufigkeit sozialer Kontakte sich in welcher Weise auf die Lebensqualität der einzelnen Person mit Pflegebedarf auswirken. Wo immer dies vertretbar ist, sollen die in Einrichtungen der Langzeitpflege Lebenden selbst über die Auswahl ihrer Kontaktpersonen entscheiden.“

Außerdem sollten auch Formen virtuellen Kontakts ermöglicht und Angebote bereitgestellt werden, die ihrerseits zur Integration, Teilhabe und Lebensqualität der Bewohner*innen beitragen. Dabei wird allerdings betont, dass der virtuelle Kontakt als Ergänzung und nicht als Ersatz für den physischen Kontakt zu verstehen ist. Der Ethikrat hebt hervor, dass die Einrichtungen vielfach auf zusätzliche personelle Ressourcen angewiesen sind, um ein Mindestmaß an sozialen Kontakten sicherzustellen sowie Aktivierungsangebote vorzuhalten. Zudem legt er dar, wie wichtig eine Stärkung der Pflege auch und gerade in Zeiten der Pandemie ist.

Eine Stärkung der Pflege ist auch das Ziel der Kampagne #Pflege verdient mehr! Diese hat die Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein Mitte Dezember gestartet. Machen Sie mit und unterschreiben Sie hier.

Die Ad-hoc-Empfehlung „Mindestmaß an sozialen Kontakten in der Langzeitpflege während der Covid-19-Pandemie“ ist hier abrufbar.

 

Foto: Gundula Vogel auf Pixabay

Kommentare sind geschlossen.

Newsletter-Popup

Jetzt den Pflegeberufekammer-Newsletter abonnieren und auf dem Laufenden bleiben.

Felder mit einem * sind Pflichtfelder



Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unseren Datenschutzbestimmungen zu.