Gesetzentwurf für mehr Digitalisierung in der Pflege beschlossen

Digitalisierungsgesetz

Apps zur Sturzprävention oder zum Gedächtnistraining werden künftig in die Regelversorgung aufgenommen werden können. So sieht es das geplante Gesetz zur digitalen Modernisierung von Versorgung und Pflege (DVPMG) vor. Am 20. Januar hat das Bundeskabinett den Gesetzentwurf beschlossen. Neben digitalen Helfern für die Pflege soll das Gesetz mehr Telemedizin und eine moderne Vernetzung im Gesundheitswesen bringen. Mitte des Jahres soll das Gesetz in Kraft treten.

„Gute Pflege braucht menschliche Zuwendung“, betonte Gesundheitsminister Jens Spahn bei der Vorstellung des Gesetzentwurfs in Berlin. „Sinnvolle Apps und digitale Anwendungen können Pflegebedürftigen aber helfen, ihren Alltag besser zu bewältigen. Deshalb machen wir digitale Helfer jetzt auch für Pflege nutzbar.“ Zudem solle der Zugang zur Videosprechstunde erleichtert und die elektronische Patientenakte sowie das E-Rezept weiterentwickelt werden. Die Pandemie habe gezeigt, so Spahn, wie sehr digitale Lösungen die Versorgung verbessern. Mit dem neuen Digitalisierungsgesetz möchte Spahn das Gesundheitswesen zukunftsfester machen.

Neue digitale Anwendungen in der Pflege beziehen sich vor allem auf Apps und andere digitale Helfer, die für mobile Endgeräte oder als browserbasierte Webanwendung verfügbar sind. Sie können von den Pflegebedürftigen genutzt werden, um den eigenen Gesundheitszustand durch Übungen und Trainings zu stabilisieren oder die Kommunikation mit Angehörigen und Pflegefachpersonen zu verbessern. Es wird ein neues Verfahren geschaffen, um die Erstattungsfähigkeit digitaler Pflegeanwendungen zu prüfen und in ein entsprechendes Verzeichnis beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Auch die Pflegeberatung wird um digitale Elemente erweitert.

Weitere Punkte des Gesetzes:

  • Die Versorgung mit digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGAs) wird weiterentwickelt.
  • Telemedizin wird ausgebaut und attraktiver.
  • Die Telematikinfrastruktur bekommt ein Update.
  • E-Rezept und elektronische Patientenakte werden weiterentwickelt.
  • Digitale Vernetzung wird ganzheitlich gefördert.
  • Digitale Gesundheitskompetenz wird weiter gestärkt.
  • Leistungserbringer werden durch gesetzliche Datenschutz-Folgenabschätzung entlastet.

Den vollständigen Entwurf zum Gesetz zur digitalen Modernisierung von Versorgung und Pflege (DVPMG) finden Sie hier.

 

Foto: Pixabay

Kommentare sind geschlossen.

Newsletter-Popup

Jetzt den Pflegeberufekammer-Newsletter abonnieren und auf dem Laufenden bleiben.

Felder mit einem * sind Pflichtfelder



Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unseren Datenschutzbestimmungen zu.