Bundeswehr unterstützt bei Corona-Schnelltests in Pflegeheimen

Patricia Drube

Seit Ende Januar 2021 unterstützen Soldat*innen der Bundeswehr in mehreren Kreisen und Städten in Schleswig-Holstein übergangsweise bei der Durchführung von Corona-Schnelltests. Damit sollen die während der Corona-Pandemie stark belasteten Pflegeeinrichtungen entlastet werden. Das Gesundheitsministerium koordiniert gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz, Kommunen und Bundeswehr die Unterstützung. Die Bundeswehr stellt derzeit übergangsweise 178 Bundeswehrangehörige in Vollzeit bereit, die dafür vom Deutschen Roten Kreuz geschult wurden bzw. werden.

Bereits Anfang Dezember 2020 hatte Patricia Drube, Präsidentin der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein, in einem Interview mit der „tagesschau“ angesichts der „dramatischen Situation in Pflegeeinrichtungen“ dringend Unterstützung für die Durchführung von Schnelltests gefordert: „Es wäre hilfreich, wenn von zentralen Diensten wie der Bundeswehr oder dem Katastrophenschutz Personen zur Verfügung gestellt werden, um Schnelltests in den Einrichtungen durchzuführen.“ Ein weiterer Vorschlag von Drube war, landesweit Aufrufe zu starten, um Menschen aus medizinischen Berufen zu rekrutieren, die sich kurzfristig und unter guten Konditionen für die Durchführung von Schnelltests zur Verfügung stellen können.

Auch dieser Vorschlag wird nun von der Landesregierung umgesetzt. Der Einsatz der Bundeswehr soll zeitlich begrenzt erfolgen, bis geeignete zivile Helfer*innen gefunden sind, heißt es in einer Pressemitteilung des Sozialministeriums. Gesucht werden daher freiwillige Personen aus medizinischen, pflegerischen und sonstigen Heilberufen, die im Anschluss an den Einsatz der Bundeswehr zum Einsatz kommen. Hier ist die Bundesagentur für Arbeit ein Kooperationspartner. Vor dem Einsatz soll eine Einweisung in die vor Ort durchführbaren Antigentests erfolgen, so die Bundesagentur. Die Vergütung soll sich laut Bundesagentur an 20 Euro pro Stunde orientieren. Weitere Informationen unter: www.arbeitsagentur.de/corona-testhilfe.

Zum Hintergrund: Um Bewohner*innen und Mitarbeitende von Pflegeeinrichtungen zu schützen, gilt in Schleswig-Holstein eine Corona-Testpflicht – für Mitarbeitende mindestens zweimal wöchentlich mittels Antigen-Schnelltest. Auch Besucher*innen von Bewohner*innen der Einrichtungen sowie alle weiteren Personen, die die Einrichtung aufsuchen, ohne dort wohnhaft oder beschäftigt zu sein, müssen über ein negatives Testergebnis verfügen, das vom selben Tag oder vom Vortag stammt.

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