Ethikrat will Kontaktbeschränkungen in Pflegeheimen aufheben

Kontaktbeschränkungen sollen aufgehoben werden

Der Deutsche Ethikrat möchte die noch immer bestehenden Besuchs-, Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen in Pflege-, Senioren-, Behinderten- und Hospizeinrichtungen mit Fortschreiten des Impfprogramms schnellstmöglich aufheben. Die Bewohner*innen seien „seit Beginn der Pandemie in besonders intensiver Weise von Infektionsschutzmaßnahmen zur Kontaktbeschränkung betroffen“, heißt es in der Ad-hoc-Empfehlung „Besondere Regeln für Geimpfte?“, die der Ethikrat am vergangenen Donnerstag veröffentlicht hat. Sie seien aufgrund der Isolationsmaßnahmen „noch immer Belastungen ausgesetzt, die erheblich über das hinausgehen, was andere Bürgerinnen und Bürger erdulden müssen“, heißt es weiter. Diese Sonderbelastung sei nur zu rechtfertigen, solange die in solchen Einrichtungen Lebenden noch nicht geimpft seien.

Diese Aufhebung der Kontaktbeschränkungen betreffe auch Einrichtungen, in der noch ungeimpfte Personen leben, zum Beispiel weil diese nicht geimpft werden wollen oder aufgrund von Vorerkrankungen nicht geimpft werden können. Eine „pauschale Aufrechterhaltung der besonders belastenden umfänglichen Kontaktrestriktionen für alle in solchen Einrichtungen Lebenden mit all ihren Konsequenzen (Depressionen, Verstärkung demenzieller Veränderungen, Verlust von Lebenswillen etc.) zum Schutz derjenigen Personen, die nicht geimpft werden können“ sei nicht mehr angemessen. Stattdessen müssten die nicht geimpften Bewohner*innen über die weiter geltenden allgemeinen Infektionsschutzmaßnahmen hinaus mithilfe anderer Maßnahmen wie FFP2-Masken, Schutzkleidung für Pflegekräfte, Schnelltests etc. besonders geschützt werden, heißt es in der Empfehlung.

„Wir halten es für sehr wichtig, dass die Menschen in Langzeitpflegeeinrichtungen wieder mehr soziale Teilhabe erhalten“, sagt Patricia Drube, Präsidentin der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein. „Die Belastungen der Bewohnenden sind in der Pandemie immens.“ Bei der empfohlenen Aufhebung der Kontaktbeschränkungen müsse aber berücksichtigt werden, was die Pflegenden in den Einrichtungen leisten können. „Es wird weiterhin Unterstützung durch Freiwillige, Bundeswehr und andere benötigt, damit diese Situation nicht alleinig zulasten der Pflegenden geht“, betont Drube. „Die Einrichtungen benötigen nicht nur für die Durchführung der Tests Unterstützung, sondern auch für das Besucher- und Hygienemanagement. Wir dürfen die Pflegenden damit nicht allein lassen.

Hier können Sie die Ad-hoc-Empfehlung „Besondere Regeln für Geimpfte?“ ist von der Website des Deutschen Ethikrates abrufen.

 

Foto: Sven Wied

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