Seit Februar gelten wieder alle Pflegepersonaluntergrenzen

Pflegepersonaluntergrenzen

Ab Februar 2021 werden wieder alle bisher geregelten Pflegepersonaluntergrenzen in Kraft gesetzt. Durch die Coronapandemie war es im Jahr 2020 zu einer befristeten Aussetzung der Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung gekommen. Zudem haben seit dem 1. Februar 2021 vier weitere pflegesensitive Bereiche eine Personaluntergrenze erhalten: die allgemeine Chirurgie, die Innere Medizin, die Pädiatrie und die Pädiatrische Intensivmedizin. Die Pflegepersonal-Mindestgrenzen gelten nun für insgesamt zwölf Bereiche.

„Es ist positiv, dass die befristete Aussetzung der Personaluntergrenzen nun endet und weitere Untergrenzen hinzugekommen sind“, sagt Patricia Drube, Präsidentin der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein. Dennoch sieht sie dieses Instrument kritisch, da es wirklich nur eine Mindestbesetzung vorgibt und sich dabei an den 25 Prozent der Kliniken in Deutschland orientiert, die am schlechtesten ausgestattet sind. „Der Schritt zu einer gefährdenden Pflege liegt da sehr nahe. Um eine sichere Patientenversorgung zu gewährleisten, braucht es eine evidenzbasierte Personalbedarfsbemessung, die derzeit entwickelt wird“, fordert Drube. In der Übergangszeit wäre das neue Pflegepersonalbemessungsinstrument PPR 2.0 (Pflege-Personalregelung 2.0) ein geeigneter Zwischenschritt. Dieses wurde von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), dem Deutschen Pflegerat (DPR) und der Gewerkschaft Verdi gemeinsam auf den Weg gebracht.

„Um die Situation für Pflegefachpersonen zu verbessern, ist eine echte Pflegewende nötig“, sagt Drube. „Wir werden nur dann ausreichend motivierte und qualifizierte junge Menschen gewinnen, wenn die Pflegenden ausreichend Kollegen, Gehalt und Anerkennung bekommen“, sagt Drube. „Genau das fordern wir mit unserer Kampagne #pflegeverdientmehr. Ein weiterer Vorschlag: eine breite Erprobung der 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Skandinavische Länder haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht und konnten den – gerade in der Pflege hohen – Krankenstand wirksam reduzieren.“

 

Foto: Unsplash

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