Corona: G-BA verlängert Sonderregeln

Corona-Sonderregeln

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 18. März die Corona-Sonderregeln über den 31. März hinaus um weitere drei bzw. sechs Monate verlängert. Dies gilt für die Ausstellung von Krankschreibungen, für ärztlich verordnete Leistungen und Krankentransporte sowie für die telefonische Beratung in der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung. Damit reagiert der G-BA auf das anhaltend hohe Infektionsgeschehen. Ziel ist es, Arztpraxen zu entlasten und direkte Arzt-Patienten-Kontakte so gering wie möglich zu halten. Die Beschlüsse hierzu treten zum 1. April 2021 in Kraft.

Übersicht über die Corona-Sonderregeln und die Geltungsdauer:

Arbeitsunfähigkeit. Patient*innen mit leichten Atemwegserkrankungen können wie bisher telefonisch für bis zu 7 Kalendertage krankgeschrieben werden. Ärzt*innen müssen sich dabei persönlich vom Patientenzustand durch eine eingehende telefonische Befragung überzeugen. Es ist möglich, die Krankschreibung einmalig für weitere 7 Kalendertage telefonisch zu verlängern. (Gilt bis 30. Juni 2021)

Ambulante spezialfachärztliche Versorgung. Hier bleibt der Behandlungsumfang erweitert: Alle Patienten haben weiter die Möglichkeit, sich telefonisch beraten zu lassen. (Gilt bis 30. Juni 2021)

Entlassmanagement. Krankenhausärzt*innen können weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit für eine Dauer von bis zu 14 Kalendertagen statt bis zu 7 Tagen nach Klinikentlassung bescheinigen. Ebenso können sie für die Dauer von bis zu 14 Tagen häusliche Krankenpflege, spezialisierte ambulante Palliativversorgung, Soziotherapie sowie Hilfs- und Heilmittel verordnen. (Gilt bis Ende der epidemischen Lage)

Erleichterte Vorgaben für Verordnungen. Heilmittel-Verordnungen bleiben auch dann gültig, wenn es zu einer Leistungsunterbrechung von mehr als 14 Tagen kommt. Außerdem können Ärzt*innen Folgeverordnungen für häusliche Krankenpflege für bis zu 14 Tage rückwirkend verordnen. Eine längerfristige Folgeverordnung von häuslicher Krankenpflege muss nicht begründet werden. (Gilt bis 30. September 2021)

Krankentransport. Krankentransportfahrten zu nicht aufschiebbaren zwingend notwendigen ambulanten Behandlungen von an Corona erkrankten Versicherten müssen vorübergehend nicht durch die Krankenkasse vorherig genehmigt werden. Das gilt auch für Personen, die unter einer behördlich angeordneten Quarantäne stehen. (Gilt bis Ende der epidemischen Lage)

Verlängerung der Vorlagefrist für Verordnungen. Die Frist zur Vorlage von Verordnungen bei der Krankenkasse bleibt weiterhin von 3 Tagen auf 10 Tage verlängert. Das gilt für häusliche Krankenpflege, Soziotherapie sowie spezialisierte ambulante Palliativversorgung (Gilt bis 30. September 2021)

Verordnungen nach telefonischer Anamnese. Folgeverordnungen für häusliche Krankenpflege, Hilfsmittel und Heilmittel dürfen weiterhin auch nach telefonischer Anamnese ausgestellt werden. Voraussetzung: Aufgrund derselben Erkrankung ist zuvor eine persönliche Untersuchung durch die Ärztin oder den Arzt erfolgt. Die Verordnung kann dann postalisch an den Versicherten übermittelt werden. (Gilt bis 30. September 2021)

Videobehandlung. Eine Behandlung kann weiterhin auch per Video stattfinden, wenn dies therapeutisch möglich und die Patientin oder der Patient damit einverstanden ist. Diese Regelung gilt für eine Vielzahl von Heilmitteln, die verordnet werden können. Auch Soziotherapie und psychiatrische häusliche Krankenpflege können mit Patienten-Einwilligung per Video erbracht werden. (Gilt bis 30. September 2021)

Sämtliche vom G-BA beschlossenen befristeten Sonderregelungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie finden Sie hier.

 

Foto: Pixabay/Gerd Altmann

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