Equal Pay Day: Gleiches Gehalt für Frauen und Männer – auch in der Pflege

Equal Pay Day

Anlässlich des Equal Pay Day am 10. März appelliert die Bundespflegekammer an die Politik, sich entschiedener für die Schließung der Lohnlücke zwischen Männern und Frauen in den sozialen Berufen zu engagieren. Denn Frauen verdienten laut Statistischem Bundesamt 2020 in Deutschland durchschnittlich 18 Prozent weniger als Männer.

Die Ursachen für den geringeren Verdienst von Frauen in der Pflege lassen sich auf drei Fakten reduzieren. Frauen fehlen, gerade in den Pflegeberufen, nach wie vor in den gut bezahlten Führungsetagen. Frauen arbeiten aufgrund der schlechten Vereinbarkeit von Familie und Beruf gerade in der Pflege häufig in Teilzeit. Und Berufe, die überwiegend von Frauen ausgeübt werden, werden per se schlechter bezahlt. „Hier muss sich dringend etwas ändern“, erklärt Patricia Drube, Präsidiumsmitglied der Bundespflegekammer und Präsidentin der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein.

„Obwohl Pflegefachpersonen anspruchsvolle Tätigkeiten ausüben und eine große Verantwortung tragen, ist ihr Einkommen – im Vergleich zu anderen Ausbildungsberufen mit vergleichbarer Qualifikation – unterdurchschnittlich“, sagt Drube. So lag der Verdienst von Pflegefachpersonen in der Langzeitpflege 2018 knapp 13 Prozent unter dem Durchschnittseinkommen. Die Bundespflegekammer fordert daher ein gleiches und angemessenes Gehalt, das es den Pflegefachpersonen möglich macht, auch im Alter von der Rente auskömmlich zu leben. „Dazu ist ein Einstiegsgehalt von 4.000 Euro dringend notwendig“, erneuert sie die Forderung der Bundespflegekammer. Denn ein Fachkräftemangel in den stationären und ambulanten Einrichtungen gefährde die Versorgung alter und kranker Menschen.

Die Langzeitpflege sei von der unterdurchschnittlichen Bezahlung in besonderem Maße betroffen: „Hier gibt es noch immer zu viele prekäre Beschäftigungsverhältnisse. Und das auch, weil es keinen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag Pflege gibt“, erklärt Drube weiter. Dieser sei durch das Veto der katholischen Träger in jüngster Vergangenheit gescheitert. Drube führt die unsägliche Diskussion über eine nachhaltig bessere Bezahlung in der Pflege auch auf die fehlende Lobby der Berufsgruppe zurück, denn: „Pflege ist historisch gewachsen ein frauendominierter Beruf, der ursprünglich nicht auf Karriere ausgelegt war und von jeher einen sehr geringen Organisationsgrad hat.“ Das zeige auch der Vergleich zu Ärzten, die seit über 100 Jahren sowohl berufs- als auch standespolitisch organisiert seien. „Sowohl die Politik als auch die Gesellschaft sollten endlich begriffen haben, dass der Berufsstand Pflege systemrelevant ist. Je weniger Pflegende wir haben, desto mehr Menschen sterben“, appelliert Drube an die Politik.

 

Foto: Sven Wied

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