Immer weniger Pflege-Studierende – drei Forderungen an die Politik

Immer weniger Studierende in der Pflege

Der Deutsche Pflegerat (DPR) und die Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft (DGP) warnen vor einem Einbrechen der hochschulischen Pflegeausbildung. „Weniger als 50 Prozent der vorhandenen Studienplätze für die hochschulische Ausbildung von Pflegefachpersonen sind aktuell belegt“, mahnt Christine Vogler, Vize-Präsidentin des DPR. „Benötigt werden in den nächsten zehn Jahren 10.000 Studienplätze zusätzlich. Derzeit sind diese nicht in Sicht. Nur dann, wenn der akademischen Berufsausbildung die Fesseln genommen werden, kann die derzeitige Abwärtsbewegung umgekehrt werden.“

Der DPR und die DGP fordern die Bundesregierung und alle politischen Parteien auf, sich dieser Problematik unverzüglich anzunehmen. Dazu haben sie ein gemeinsames Statement veröffentlicht, in dem sie drei klare Forderungen aufstellen:

  1. Die Studierenden benötigen eine Vergütung für die zu leistenden umfangreichen Praxiseinsätze. Der Bundesgesetzgeber muss die Rahmenbedingungen für ein primärqualifizierendes Pflegestudium analog dem Hebammenreformgesetz schaffen.
  2. Die Praxisanleitung muss refinanziert werden. Dadurch wird die Bereitschaft der praxisorientierten Ausbildungseinrichtungen zur Ausbildung gesteigert. Eine Finanzierung der Praxisanleitung sollte über den Ausbildungsfonds erfolgen.
  3. Die Hochschulen müssen für den Auf- und Ausbau primärqualifizierender Pflegestudiengänge finanziell unterstützt werden. Bund und Länder müssen Bedingungen schaffen, die es ermöglichen, Studiengänge personell und materiell angemessen auszustatten und weitere, dringend benötigte Studienplätze schaffen.

 

Foto: Pixabay/Gerd Altmann

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