Landtag beschließt Auflösung der Pflegekammer Niedersachsen

Auflösung Pflegekammer Niedersachsen

Am 26. April hat der Niedersächsische Landtag das Gesetz zur Umsetzung der Auflösung der Pflegekammer Niedersachsen verabschiedet. Es tritt voraussichtlich im Mai in Kraft. Ab dann bleiben der Kammer rund sechs Monate für die Abwicklung. Nadya Klarmann, die Präsidentin der Pflegekammer Niedersachsen, nimmt den Landtagsbeschluss mit Bedauern zur Kenntnis: „Die Auflösung der Pflegekammer Niedersachsen ist für uns alle, die sich in den vergangenen Jahren ehrenamtlich und hauptamtlich für den Aufbau einer Selbstverwaltung der Pflegefachberufe eingesetzt haben, natürlich eine große Enttäuschung. Doch Demokratie muss man auch aushalten können.“

Herbe Kritik kommt von der Bundespflegekammer. „Wir lehnen diesen Schritt nach wie vor ab und finden ihn in höchstem Maße unverantwortlich, müssen aber erkennen, dass der Zug mit der derzeitigen Landesregierung abgefahren ist“, sagt Dr. Markus Mai, Präsidiumsmitgliedes der Bundespflegekammer. „Es ist für uns nach wie vor unverständlich, warum die Pflegekammer keine Chance erhalten hat, ihre Aufgaben zu verwirklichen.“ Die Auflösung sei „ein Bärendienst nicht nur für die Pflegefachpersonen in Niedersachsen, sondern auch für die stetig steigende Anzahl an Menschen, die zukünftig auf Pflege angewiesen sein werden und die hierzu weder befragt noch auf irgendeine Art und Weise einbezogen waren.“

Auch Patricia Drube, Präsidentin der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein, kritisiert das Vorgehen der Landesregierung. „Wir haben bundesweit ein großes Versorgungsproblem in der Pflege, das in Zukunft noch zunehmen wird. Hier muss die Pflege als Berufsgruppe ihr Wissen einbringen und gemeinsam mit der Politik nach Lösungen suchen. Wie das – ohne Pflegekammer – geschehen soll, lässt die Landesregierung völlig offen. Auch gibt es nach wie vor keine Aussage, wie künftig das pflegerische Angebot und die Qualität der Versorgung gesichert werden sollen. Bei diesen wichtigen Aufgaben gibt es keine Alternative zur Kammer.“

 

Foto: Pixabay/SplitShire

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