Umfrage auf Intensivstationen: Ein Drittel will Beruf verlassen

Intensivstation Berufsflucht

Mitarbeitende auf Intensivstationen, in Notaufnahmen und im Rettungsdienst sind erschöpft. Mehr als 70 Prozent der dort tätigen Pflegenden fühlen sich während der aktuellen dritten Welle der Corona-Pandemie überlastet. Das zeigt eine aktuelle Online-Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin e. V. (DGIIN). Ein Drittel der Befragten im Bereich der Gesundheitsfachberufe, vornehmlich Intensivpflegende, planen, den Beruf in den nächsten zwölf Monaten zu verlassen – bei den Ärzten sind es knapp 20 Prozent. Mehr als 95 Prozent der Teilnehmenden meinen, dass die Politik den Pflege- und Ärztepersonalmangel nicht ausreichend beachtet und dass Lösungsansätze fehlen. Die Umfrage fand zwischen dem 5. und 16. April 2021 statt. 1.321 Mitarbeitende aus den Bereichen der Intensiv- und Notfallmedizin sowie des Rettungswesens nahmen teil, davon sind rund 65 Prozent in Gesundheitsfachberufen tätig und 35 Prozent ärztliche Mitarbeitende.

„Die Umfrage macht deutlich, wie gerade die Pflegenden unter der viel zu lange andauernden Belastungssituation immer mehr erschöpfen und ausbrennen“, sagt Patricia Drube, Präsidentin der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein. „Wenn wir nicht schnell handeln, werden wir nach der Pandemie viele Pflegefachpersonen verlieren. Der Dreh- und Angelpunkt ist die unzureichende Personalausstattung, die schnellstmöglich über ein am Pflegebedarf orientiertes Personalbemessungsinstrument geregelt werden muss. Die bestehenden Personaluntergrenzen dürfen zudem nicht durch zu milde Sanktionen für Kliniken unterlaufen werden. Und es braucht dringend eine Dienstplansicherheit, damit notwendige Erholungsphasen garantiert sind. Intensivstationen, Notaufnahmen und Rettungsdienst sind spannende, herausfordernde Arbeitsbereiche. Aber nur wenn sich die Arbeitsbedingungen dort ändern, werden wir genügend Pflegende für diese zentralen Bereiche des Gesundheitswesens finden.“

 

Foto: Unsplash/Vladimir Fedotov

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