Rückschlag für die Pflege: PTHV schließt Fakultät Pflegewissenschaft

PTHV schließt Fakultät Pflegewissenschaft

Das Aus für die Pflegewissenschaft an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Vallendar (PTHV) wurde nur wenige Tage vor Ostern verkündet. Die pflegewissenschaftliche Fakultät solle „aus wirtschaftlichen Gründen stillgelegt“ werden, teilte die Gemeinschaft der Pallottiner als Träger der katholischen Hochschule auf ihrer Homepage mit. Die bei der Gründung der Fakultät gehegte Hoffnung, dass die Pflege in Deutschland akademisiert wird, habe sich nicht im nötigen Maße erfüllt. Zum anderen liege seit dem Ausscheiden der Marienhaus Holding die gesamte finanzielle Last für die pflegewissenschaftliche Fakultät bei den Pallottinern. Da zu wenig zahlende Studierende eingeschrieben und die Studierendenzahlen seit Jahren rückläufig seien, sei es nicht möglich, die Fakultät aufrechtzuerhalten, heißt es vonseiten der Pallottiner. Um die Hochschule auf einem gesunden Fundament in die Zukunft führen zu können, werde die Hochschule umstrukturiert und die Humanwissenschaften werden aufgebaut.

„Das ist ein großer Rückschlag für die noch junge Etablierung der Pflegewissenschaften in Deutschland“, sagt Frank Vilsmeier, Vize-Präsident der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein. „Die pflegewissenschaftliche Fakultät in Vallendar hat 2006 als einzige Universität in Deutschland ihren Lehrbetrieb aufgenommen und zahlreiche Hochschulprofessor*innen ausgebildet. Die rein ökonomisch begründete Entscheidung ist gerade vonseiten eines christlichen Trägers in keiner Weise nachvollziehbar.“ Denn eines habe die Pandemie gezeigt: „Es gibt in Deutschland kaum eine Berufsgruppe, die so dringend benötigt wird, wie gut qualifizierte Pflegende. Dafür ist eine wissenschaftliche Fundierung der Pflege erforderlich – die PTHV hat dazu einen wesentlichen Beitrag geleistet und darüber hinaus einen hervorragenden Ruf. Das war auch ein erklärtes Ziel der Konzertierten Aktion Pflege: die hochschulische Ausbildung zu fördern und pflegewissenschaftliche Erkenntnisse nutzbar zu machen. Pflegewissenschaftliche Forschung und Wissenschaft müssen deshalb dringend gefördert werden – auch vonseiten der Länder – um diesem Ziel näherzukommen.“

 

Foto: Pixabay, Michal Jarmoluk

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