Studie zu Fachkräften: Länger arbeiten und mehr Migration

Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) hat in einer Studie die möglichen Entwicklungen des Fachkräfteangebots über alle Branchen hinweg bis zum Jahr 2040 berechnet. Hintergrund sind die bekannten demografischen Phänomene durch die sogenannten Babyboomer. Die geburtenstarken Jahrgänge (1959 – 69) sind bis 2040 im Rentenalter. Für die Pflege ergeben sich damit große Herausforderungen.

Der deutsche Arbeitsmarkt steht kurz vor einem grundlegenden Umbruch. Sind die Erwerbspersonenzahlen in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen, werden sie mit dem Übergang der geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand aller Voraussicht nach deutlich einbrechen.

Wie viele Fachkräfte in den kommenden beiden Jahrzehnten am Arbeitsmarkt aktiv sein werden, hängt laut IW stark von den weiteren Entwicklungen bei der Zuwanderung und der Erwerbsbeteiligung Älterer ab.

Die Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland ist laut IW notwendig, wird aber auch kritisch betrachtet, da die Ausbildung in den Herkunftsländern sehr unterschiedlich sei. Das IW rät hier zu einer Migration junger Menschen, die in Deutschland ausgebildet werden, um den Ansprüchen in den Unternehmen gerecht zu werden.

Die Verlängerung der Lebensarbeitszeit wird laut IW unumgänglich sein. Es müsse vor dem Hintergrund des drohenden Fachkräftemangels ab 2031 geprüft werden, ob die Regelaltersgrenze für die Rente mit 67 erhöht werden kann. Die Verfasser weisen darauf hin, dass die Umsetzung kein Selbstgänger ist: „Um die Erwerbsbeteiligung insbesondere in der siebten Lebensdekade deutlich zu erhöhen, sollte die Politik passende Rahmenbedingungen schaffen.“

Die Studie ist branchenneutral. Für die Pflegeberufe können aber die gleichen Entwicklungen und Herausforderungen angenommen werden. Der Verlust von Fachkräften in der Pflege dürfte noch durch die Abwanderung in andere Branchen begünstigt werden.

Studie

Kommentare sind geschlossen.

Newsletter-Popup

Jetzt den Pflegeberufekammer-Newsletter abonnieren und auf dem Laufenden bleiben.

Felder mit einem * sind Pflichtfelder



Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unseren Datenschutzbestimmungen zu.