VdPB: Selbstverwaltung in der Pflege braucht vor allem Rückhalt der Politik

Angesichts der Abstimmung gegen die Pflegeberufekammer in Schleswig-Holstein warnt die Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB), das Ergebnis der Befragung als grundsätzliche Absage an die Selbstverwaltung der Profession zu werten. In Schleswig-Holstein wie auch in Niedersachsen sei die Frage der Verkammerung der Pflege zum Spielball massiv divergierender und sachfremder politischer Interessen geworden – mit dem Resultat, dass Frust und Unzufriedenheit in der Berufsgruppe noch weiter zugenommen haben, heißt es in einer Pressemitteilung der VdPB. Das eigentliche Anliegen der beruflichen Selbstverwaltung der Pflege – die Sicherstellung der pflegerischen Versorgung der Bevölkerung – sei dabei völlig aus den Augen verloren worden.

Die aktuell drängendsten Problem- und Fragestellungen der beruflich Pflegenden liegen laut VdPB vor allem in der Personalausstattung und Entlohnung. Zu beiden Themenfeldern könne eine Pflegekammer zwar Forderungen aufstellen, jedoch keine verbindlichen Regelungen erarbeiten. Vor diesem Hintergrund sei es beruflich Pflegenden kaum vermittelbar, weshalb sie in einer vom Land per Gesetz ins Leben gerufenen Körperschaft verpflichtend Mitglied werden und einen finanziellen Beitrag dafür entrichten müssen. Deswegen verweigern sie den Kammern ihr Mandat. Fehle es dann am politischen Willen und Rückhalt, bleibe das Anliegen der Selbstverwaltung, die pflegerische Versorgung der Bevölkerung zu sichern, eine Illusion. „Die Profession Pflege braucht vor allen Dingen eine verantwortungsvolle und gestaltungsbereite Gesundheitspolitik, die versteht, dass es ohne eine eigenständige Pflege keine professionelle und damit zukunftsweisende Entwicklung des Pflegewesens gibt“, erklärt VdPB-Präsident Georg Sigl-Lehner.

Die VdPB ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und ein unabhängiges Sprachrohr von und für professionelle Pflegekräfte in Bayern. Pflegefachpersonen können freiwillig und beitragsfrei Mitglied werden. Laut „bibliomed-pflege.de“ sind nur 2.200 von insgesamt rund 200.000 Pflegenden im Freistaat als Mitglieder in der VdPB verzeichnet.

 

Foto: Sven Wied

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