Auswirkungen der Corona-Pandemie aus Sicht der Pflege: Auch das Land muss Verbesserungen umsetzen

Pflegefachpersonen übernehmen auch während der Pandemie in allen erdenklichen Versorgungsbereichen wesentliche und unentbehrliche Aufgaben in der Gesundheitsversorgung. In einer Anhörung des Sozialausschusses am 6. Mai machte die Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein die Perspektive der Pflege während der Pandemie deutlich.

Es ist im vergangenen Pandemie-Jahr nicht gelungen, die besonders vulnerablen Gruppen vor der Pandemie zu schützen. Viele Menschen sind gestorben. Zur Anhörung im Sozialausschuss zu den Auswirkungen der Corona Pandemie benennt die Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein einige zentrale Punkte, die von Seiten des Landes verbessert werden müssen.

Pflegefachpersonen leisten nicht nur in Krankenhäusern und in der Langzeitpflege einen bedeutenden Beitrag zur Gesundheitsversorgung, sondern auch in Hospizen, in Einrichtungen der Eingliederungshilfe, in der Forensik, in Dialysepraxen, in Rehabilitationseinrichtungen und in weiteren Bereichen unseres Gesundheits- und Pflegewesens. Und sie tun das mit hohem Engagement und mit einer hohen Identifikation mit dem pflegerischen Berufsethos.

Auch schon vor der Pandemie kamen die Pflegenden durch Personalmangel überall an ihre Grenzen. Trotzdem waren sie bereit, in der Pandemie

  • zusätzliche Energie zu mobilisieren, um noch mehr Überstunden zu machen,
  • in der Freizeit Hygienekonzepte zu schreiben – und zeitweise wöchentlich umzuschreiben,
  • freiwillig Einrichtungen mit Ausbruchgeschehen zu unterstützen,
  • sich privat zusätzlich einzuschränken, um sicherzustellen, keine Infektion in ihren Arbeitsbereich zu tragen.

Um die gesundheitliche Versorgung von Kindern und Jugendlichen während des Schulbesuches zu sichern, ist international der Einsatz von School Nurses (Schulgesundheitspflegerinnen und -pflegern) üblich und bewährt. In Großbritannien, Finnland, und Schweden hat sich der flächendeckende Einsatz von School Nurses auch in der Pandemie bewährt. Als spezialisierte Pflegefachpersonen übernehmen sie an Grund- und weiterführenden Schulen die Gesundheitsversorgung, Gesundheitsförderung und Prävention. Dieses von der WHO empfohlene Konzept sollte auch in Schleswig-Holstein etabliert werden.

Weiterer Ansatzpunkt für Verbesserungen der Gesundheitsversorgung durch das Land sieht die Pflegeberufekammer in konkreten Maßnahmen im öffentlichen Gesundheitsdienst und des kommunalen Krisenmanagements.

Hierzu erklärt die Präsident der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein, Patricia Drube:

„Um die Versorgung unserer Bürgerinnen und Bürger mit notwendigen Pflegeleistungen (nicht nur) in einer Pandemiesituation sicherzustellen, benötigen wir flächendeckend Pflegefachpersonen in den Gesundheitsämtern. Sie kennen den Alltag in Pflegeeinrichtungen, Pflegediensten und Krankenhäusern. Und sie sind in der Lage, pragmatische und fachlich tragfähige Lösungen im Interesse des Bevölkerungsschutzes zu initiieren.  

Eine Pflichtaufgabe des öffentlichen Gesundheitsdienstes muss es in Zukunft sein, regionale Netzwerke aufzubauen, die in Krisen sofort aktiviert werden können. Wissenschaftlich ist belegt, dass regionale Netzwerke ein zentraler Erfolgsfaktor in der Krisenbewältigung und Pandemiebewältigung sind.“

 

Die vollständige Stellungnahme der Pflegeberufekammer SH als Download.

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