Arbeitsschutz in der Pflege: Gefahr bekannt – trotzdem verkannt

Arbeits- und Gesundheitsschutz war am 27. Mai Thema im Sozialausschuss des schleswig-holsteinischen Landtages. Für die Pflege war die Pflegeberufekammer SH aufgefordert zu berichten. Kammerpräsidentin Drube machte vor allem auf psychische Gefahren durch Überlastung aufmerksam. Die Gefahr sein bekannt und werde trotzdem vielfach ignoriert.

Die Kammer bezieht sich in ihren Aussagen auf die Ergebnisse einer Befragung von rund 2.000 Pflegefachpersonen in Schleswig-Holstein. Pflegende geben darin an, unter Schuldgefühlen zu leiden, da sie den ihnen anvertrauten Menschen unter den aktuellen Arbeitsbedingungen nicht gerecht werden können. Die Arbeit unter Zeitdruck wird immer wieder als ein zentraler Faktor der psychischen Belastung gesehen.

Die unzureichende Personalausstattung ist der Kern des Problems und zentraler Katalysator des Teufelskreises Überlastung – Arbeitsunfähigkeit / Fluktuation – noch größerer Personalmangel.

Eindringlich mahnte die Kammer, mehr Verbindlichkeit in Bezug auf die Umsetzung von Gefährdungsbeurteilungen zu schaffen – und zwar sowohl in Bezug auf die körperliche als auch die psychische Belastung am Arbeitsplatz.

„Angesichts der vielfach dramatischen Belastungssituation und der überdurchschnittlich starken Betroffenheit der Pflegenden durch Krankheitsausfälle während der Pandemie muss dieser Berufsgruppe ein absoluter Fokus in Bezug auf Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung zukommen“, so Patricia Drube, Präsidentin der Pflegeberufekammer SH.

 

Zur Stellungnahme

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