Mangel an Pflegefachpersonen ist weiter erheblich

Fachkräftemangel Pflege Zahlen

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) weist auf einen „deutlichen Fachkräftemangel“ in der Gesundheits- und Altenpflege hin. Der Engpass sei „weiterhin erheblich“, heißt es in einer Pressemitteilung der BA vom 7. Mai. Auf aktuell 12.700 gemeldete Stellen für Fachpflegepersonen in der Gesundheitspflege kommen lediglich 5.800 Arbeitslose. In der Altenpflege seien für 12.800 Stellen nur 3.600 Arbeitslose registriert. Dem gegenüber gebe es bei Altenpflegehelfer*innen und Krankenpflegehelfer*innen deutlich mehr Bewerbungen als Stellen.

Den in den vergangenen Monaten diskutierten Rückgang von 9.000 Beschäftigten in der Pflege kann die BA aus den aktuell vorliegenden Daten nicht bestätigen. Die Zahl der Beschäftigten in der Alten- und Gesundheitspflege sei trotz Pandemie gestiegen – und zwar um 43.300 im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt gab es im Oktober 2020 in der Gesundheits- und Altenpflege rund 1,77 Millionen sozialversicherungspflichtige Beschäftigte (bis zu diesem Zeitpunkt liegen Daten vor). Zwar sei die Zahl der beschäftigten Pflegefachpersonen von März bis Juli 2020 minimal gesunken (minus 0,5 Prozent). Allerdings sei dieser Rückgang laut BA jedes Jahr saisonal bedingt festzustellen und überwiegend nicht durch die Pandemie bedingt. Ursache seien etwa endende Ausbildungsverhältnisse und angepasste Stellenbesetzungsprozesse vor den Sommerferien.

„Die Zahlen zeigen deutlich: Der Markt in der Pflege ist leergefegt und der Handlungsbedarf ist enorm“, sagt Patricia Drube, Präsidentin der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein. „Dass die Anzahl der Pflegenden trotz der Pandemie leicht angestiegen ist, mag zum einen mit dem Pflichtgefühl der Pflegenden zusammenhängen. Zum anderen hat die erste Welle die Pflegeeinrichtungen und Kliniken deutlich milder getroffen als die zweite. Da die Zahlen der BA nur bis zum Oktober 2020 gehen, bleibt noch abzuwarten, wie sich die zweite Pandemiewelle auf die Beschäftigtenzahlen auswirken wird. Die professionelle Pflege steht seit mehr als einem Jahr unter einem enormen Druck. Bereits jetzt Entwarnung zu geben, was den drohenden Exodus von Pflegenden angeht, ist mit Sicherheit verfrüht.“

 

Foto: Pixabay/David Mark

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