Pflege und der COVID-Effekt – zwischen neuem Zulauf und Berufsflucht

Pflegende Burnout in Pandemie

Wieder erwachtes Interesse am Pflegeberuf auf der einen Seite, mehr Frust über Arbeitsbedingungen und Gehalt auf der anderen Seite – der Weltbund der Pflegenden (ICN) macht in seinem Ende April veröffentlichten Bericht auf die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Pflege aufmerksam. Grundlage ist eine aktuelle Umfrage unter nationalen Krankenpflegeverbänden. Einige Ergebnisse: 73 % der nationalen ICN-Verbände berichten von Unterbrechungen und Verzögerungen der Pflegeausbildung durch die Pandemie, die sich auf das Angebot an neu qualifizierten Pflegefachpersonen auswirkt. Mehr als 20 % der befragten Verbände äußerten zudem erhebliche Bedenken und Unruhen im Hinblick auf die Bezahlung von Pflegenden in ihren Ländern. Die Pandemie habe andererseits jedoch auch das Interesse an der Pflegeausbildung gesteigert, heißt es in dem Bericht: Mehr als 30 % der nationalen Pflegeverbände berichteten von einem Anstieg der Bewerbungen für den Pflegeberuf, hauptsächlich in Ländern mit hohem Einkommen.

„Der COVID-Effekt ist ein wachsendes und weitreichendes Phänomen, das tiefgreifende Auswirkungen auf Pflegende der ganzen Welt hat“, sagt dazu ICN-Geschäftsführer Howard Catton in einer Pressemitteilung. Mangelnder Schutz, lange und stressige Schichten beeinträchtigten die psychische Gesundheit stark, was dazu führe, dass Pflegende den Beruf verlassen oder planen, ihn zu verlassen. „Es klafft eine Lücke zwischen der Rhetorik der Regierungen über die Wertschätzung von Pflegenden und ihren praktischen Antworten auf die Herausforderungen, denen sich Pflegende tagtäglich stellen müssen.“ Diese Diskrepanz führe weltweit zu einer zunehmenden Unzufriedenheit unter den Pflegenden. Diese könnte die Rekrutierung neuer und die Bindung vorhandener Pflegefachpersonen an den Beruf untergraben. Der ICN fordert die Regierungen deshalb auf, schnell zu handeln und so bald wie möglich mit der Rekrutierung der nächsten Generation zu beginnen. Dazu gehöre es, in die Bezahlung und Ausbildung von Pflegenden zu investieren – jetzt und in Zukunft.

 

Foto: Unsplash/Jonathan Borba

Kommentare sind geschlossen.

Newsletter-Popup

Jetzt den Pflegeberufekammer-Newsletter abonnieren und auf dem Laufenden bleiben.

Felder mit einem * sind Pflichtfelder



Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unseren Datenschutzbestimmungen zu.