Pflegende Angehörige in der Pandemie zusätzlich belastet

pflegende Angehörige Corona

In der Corona-Pandemie schultern pflegende Angehörige noch mehr als sonst. Hilfsangebote wie die Tages- und Kurzzeitpflege wurden in 2020 seltener in Anspruch. Dabei dienen gerade diese Angebote der Entlastung der pflegenden Angehörigen. Darauf verweist eine Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Grünen, über die die Süddeutsche Zeitung berichtet. Demnach hätten im Corona-Jahr 2020 die Kassen der Pflegeversicherung 21,1 Prozent weniger Leistungen für Tages- und Nachtpflege zu verzeichnen gehabt und 12,3 Prozent weniger für Kurzzeitpflege als im Vorjahr. Es sei laut dem Ministerium „ein wohl im Wesentlichen pandemiebedingter Rückgang“.

„Die rückläufigen Zahlen sind nicht verwunderlich“, sagt Patricia Drube, Präsidentin der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein. In der ersten Welle der Pandemie hatten gerade die Tagespflegeeinrichtungen wochenlang geschlossen und haben über den Sommer hinweg oft nur eine Notbetreuung angeboten. Diese fehlenden Hilfen seien vor allem durch die pflegenden Angehörigen ausgeglichen worden – oft zusätzlich dadurch erschwert, dass aufgrund von Kontaktbeschränkungen weitere informelle Hilfen wie Nachbarn oder Freunde ausgefallen seien. „Wir müssen dringend dafür Sorge tragen, dass wir die pflegenden Angehörigen nicht aus dem Blick verlieren und eine ausreichende Entlastung dieser Menschen sicherstellen. Sie leisten in der Pandemie Großartiges, erhalten aber weder Boni noch öffentliche Anerkennung. Ohne den Einsatz von pflegenden Angehörigen könnten wir die pflegerische Versorgung in Deutschland schon lange nicht mehr aufrechterhalten“, sagt Drube.

 

Foto: Pixabay/Gundula Vogel

Kommentare sind geschlossen.

Newsletter-Popup

Jetzt den Pflegeberufekammer-Newsletter abonnieren und auf dem Laufenden bleiben.

Felder mit einem * sind Pflichtfelder



Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unseren Datenschutzbestimmungen zu.