Deutlich weniger Einfluss auf Arbeitszeit als in anderen Berufen

Arbeitszeit Pflegende

Pflegefachpersonen arbeiten durchschnittlich deutlich häufiger nachts und an Wochenenden und befinden sich häufiger in Rufbereitschaft als andere Beschäftigte. Auch haben sie weniger Möglichkeiten, die Arbeitszeit nach ihren Bedürfnissen flexibel zu gestalten als in anderen Berufen. Gleichzeitig ist die Teilzeitquote in der Pflege deutlich erhöht. Dies sind Ergebnisse einer Analyse von Daten der Arbeitszeitbefragung 2019, die die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) jetzt im baua: Fakten „Hohe Anforderungen, wenig Ressourcen: Arbeitszeiten in der Alten- und Krankenpflege“ veröffentlicht hat.

So arbeitet über die Hälfte der Beschäftigten in der Alten- (57 %) und Gesundheits- und Krankenpflege (59 %) regelmäßig zu atypischen Zeiten vor 7 Uhr oder nach 19 Uhr, heißt es in der Veröffentlichung. In anderen Berufen liege diese Quote bei 19 Prozent. Etwa jede zweite Pflegefachperson und etwa jede vierte Altenpflegeperson berichtet, mindestens einmal im Monat eine verkürzte Ruhezeit zu haben. Diese liegt gesetzlich bei elf Stunden, in der Pflege sind jedoch Ausnahmereglungen von dieser Mindestruhezeit möglich. Pflegefachpersonen haben darüber hinaus vergleichsweise wenig Einfluss auf die Gestaltung ihrer Arbeitszeit. So können beispielsweise mehr als die Hälfte aller Gesundheits- und Krankenpfleger*innen und fast zwei Drittel der Altenpfleger*innen kaum Einfluss auf den Zeitpunkt ihrer Pausen nehmen.

„Dass Pflegende überwiegend atypische und wenig gesundheitsförderliche Arbeitszeiten haben, ist zwar bekannt“, sagt Patricia Drube, Präsidentin der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein. „Alarmierend ist an dem Bericht jedoch, dass sie deutlich weniger Einfluss auf die Arbeitszeit haben als in anderen Berufen und regelmäßig verkürzte Ruhezeiten hinnehmen müssen. Das ist gerade angesichts der ohnehin sehr hohen körperlichen und psychischen Anforderungen der Pflegenden eine zusätzliche Belastung. Dass die Teilzeitquote in der Pflege unter diesen Bedingungen deutlich erhöht ist, verwundert nicht. Hier sind vor allem die Arbeitgeber gefragt, für verlässliche Dienstpläne und mehr Mitgestaltung bei der Schichtplanung zu sorgen. Nur so kann es gelingen, zur dringend notwendigen Entlastung der Pflegenden beizutragen.“

 

Foto: Unsplash/David Mark

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