Studie: Viele Pflegende durch Covid-19 von Burnout betroffen

Pflegende Burnout in Pandemie

Pflegende erleben während der Covid-19-Pandemie weltweit ein hohes Maß an Burnout. Das zeigt eine internationale Metastudie, in die 16 Studien mit 18.935 Pflegefachpersonen eingeschlossen waren. Die Gesamtprävalenz der emotionalen Erschöpfung lag bei 34,1 Prozent, der Depersonalisierung bei 12,6 Prozent und des Mangels an persönlicher Erfüllung bei 15,2 Prozent. Die Studie wurde im März 2021 im angesehenen Fachmagazin „Journal of Advanced Nursing“ (JAN) veröffentlicht und umfasst publizierte Studien vom 1. Januar 2020 bis zum 15. November 2020.

In der Studie werden typische Hauptrisikofaktoren benannt, die ein Burnout des Pflegepersonals erhöhten: jüngeres Alter, wenig soziale Unterstützung, geringe Bereitschaft der Familie und Kollegen, mit dem Covid-19-Ausbruch umzugehen, eine als erhöht wahrgenommene Bedrohung durch Covid-19, längere Arbeitszeit in Quarantänebereichen, Arbeiten in einer Hochrisiko-Umgebung, Beschäftigung in Einrichtungen mit unzureichenden materiellen und personellen Ressourcen, eine erhöhte Arbeitsbelastung sowie eine geringeres Niveau der spezialisierten Ausbildung bezüglich Covid-19.

Die Autor*innen der Studie schlussfolgern: Es besteht ein dringender Bedarf, Pflegepersonal in der Covid-19-Pandemie vor Burnout zu schützen – vor allem, da weitere Wellen vorausgesagt werden. Sie empfehlen mehrere Maßnahmen, um die Auswirkungen der Pandemie auf die psychische Gesundheit des Pflegepersonals abzumildern. Dazu gehören: ein Screening auf psychische Erkrankungen, frühzeitige unterstützende Interventionen für Pflegende mit hohem Risiko, sofortiger Zugang zu psychosozialen Diensten, festgelegte Ruhezeiten, soziale Unterstützung durch Selbsthilfegruppen im Krankenhaus, um das Gefühl der Isolation zu verringern, ausreichende persönliche Schutzausrüstung für alle Krankenschwestern, um Sicherheit zu bieten usw. Die Autor*innen empfehlen: Regierungen, politische Entscheidungsträger und Organisationen des Gesundheitswesens sollten in diese Richtung handeln, um Gesundheitssysteme, Pflegepersonal und Einzelpersonen besser auf die Covid-19-Pandemie vorzubereiten.

Hier kommen Sie zur vollständigen Studie.

 

Foto: Unsplash/Vladimir Fedotov

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