Corona.

Das Coronavirus Sars-CoV-2 hat die Pflege in Schleswig-Holstein seit März 2020 fest im Griff. Die Pandemie hat die Arbeitswelt in der Pflege innerhalb kürzester Zeit deutlich verändert. Außergewöhnlich ist dabei die Reaktion der Pflegefachpersonen auf die größte Krise in unserem Gesundheitssystem: Professionell, strukturiert, motiviert. Neben der Arbeit mit den Patient*innen und Bewohner*innen etablieren sich Pflegefachpersonen in digitalen Kommunikationsmöglichkeiten als unerlässliche Schnittstelle zu den Angehörigen.  Gleichzeitig hinterlässt die extreme Anspannung durch zusätzliche Personalengpässe, die Angst um die eigene Gesundheit und die Gesundheit der eigenen Familie Spuren. Die psychische und körperliche Belastung ist in vielen Einrichtungen extrem hoch. Dazu möchten wir gleich zu Beginn auf ein Gesprächsangebot hinweisen. Weiter erhalten Sie auf unseren Seiten kurz und übersichtlich Informationen über Themen im Zusammenhang mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 und die Covid-19 Erkrankung.

Besuchsregeln - Das Lübecker-Ampel-System schafft Klarheit im Covid-Chaos

Foto: L.A.S.

Die Idee ist ansprechend und sehr effizient. Ein Ampelsystem bündelt die Maßnahmenpläne und bietet Handlungssicherheit im Umgang mit Besuchsregelungen, Umfang von Hygienemaßnahmen und letztendlich auch den Grad von Zugangsbeschränkungen in Heimen und Kliniken. Die Autoren der Lübecker Ampel sind Pflegefachpersonen, Mediziner*innen, Wissenschaftler*innen, ein Akteur aus dem Seniorenbeirat der Stadt Lübeck sowie Pflegereferentin Stephanie Wullf von der Pflegekammer Schleswig-Holstein.

„Die Dynamik der Pandemie hat in den letzten Wochen und Monaten eine Vielzahl an Verordnungen und Regeln hervorgebracht: Viele Menschen waren verwirrt oder überfordert. Oft haben die Verantwortlichen im Zweifel die Regeln eher strenger ausgelegt als vielleicht nötig. Zu groß war die Sorge vor Corona Ausbrüchen in Einrichtungen. Der Spagat zwischen der Verantwortung für den Infektionsschutz von Bewohner*innen und Mitarbeitenden einerseits und dem Schutz der Lebensqualität der Bewohner*innen andererseits muss praktisch jeden Tag neu vollzogen werden.  Der Bedarf nach einheitlichen und übersichtlichen Handlungslisten ist groß“, so Stephanie Wullf, Ethikberaterin (K3) und Pflegereferentin der Pflegeberufekammer.

Das L.A.S. gibt bei folgenden Fragen Handlungssicherheit:

Wer wird bei welcher Ampelfarbe getestet?
Welches Testverfahren kommt wann zum Einsatz?
Welches Besuchskonzept ist bei grün, gelb oder rot gültig?
Wann dürfen Auszubildende eingesetzt werden?
Was müssen Pflegefachpersonen an sich und anderen bei welcher Ampelfarbe beobachten? (Screening)
Wann dürfen welche Betten mit Patienten belegt werden?

Das Lübecker-Ampel-System wird ständig weiterentwickelt. Klicken Sie auf das Bild neben dem Text und Sie gelangen zur aktuellen Version.

Mehr erfahren: nehmen Sie Kontakt auf

 

Auch das RKI hat Empfehlungen zum Umgang mit Corona in der Langzeitpflege herausgegeben. Wir haben dazu berichtet. Lesen Sie hier.

Screening

Corona-Schnelltests
Foto: JC Gellidon on Unsplash

Die neue Coronavirus-Testverordnung ist Ende November im Bundesanzeiger veröffentlicht worden und am 1. Dezember in Kraft getreten. Einige wichtige Punkte für Pflegeeinrichtungen und Pflegedienste:

Wer kann die PoC-Antigentests nutzen?

SGB XI-zugelassene Pflegeeinrichtungen haben Anspruch auf PoC-Antigentests und können diese selbst durchführen. Voraussetzung ist ein einrichtungsbezogenes Testkonzept. Im Rahmen dieses Konzepts können monatlich bestimmte Mengen an PoC-Antigentests in eigener Verantwortung beschafft und genutzt werden. Die Einrichtung übermittelt der zuständigen Stelle des öffentlichen Gesundheitsdienstes das Testkonzept mit einem Antrag.

Wie viele Tests stehen den Einrichtungen zu?

Die zuständige Stelle des öffentlichen Gesundheitsdienstes legt die Menge der PoC-Antigentests unter Berücksichtigung der Anzahl der Personen fest, die in oder von der jeweiligen Einrichtung behandelt, betreut, gepflegt oder untergebracht werden. Stationären Pflegeeinrichtungen stehen dabei pro betreute Person bis zu 30 PoC-Antigentests pro Monat und ambulanten Einrichtungen sowie Palliativ- und Hospizdiensten bis zu 15 PoC-Antigentests pro Monat zu – also ein Drittel mehr als bisher.

Wie erfolgt die Abrechnung?

SGB XI-zugelassene Pflegeeinrichtungen können die Sachkosten für die selbst beschafften PoC-Antigentests über den Pflegerettungsschirm abrechnen. Die Kostenerstattungsfestlegungen und das Antragsformular ist beim GKV-Spitzenverband veröffentlicht (unter dem Schlagwort Pflegeversicherung). Die Einrichtungen erhalten für die PoC-Antigentests eine Vergütung für die Sachkosten in Höhe der entstandenen Beschaffungskosten, aber höchstens 9 Euro je Test. In den Kostenerstattungsfestlegungen ist geregelt, dass darüber hinaus 9 Euro Personalkosten pro durchgeführtem Test abgerechnet werden können.

Wo erhalten Pflegeeinrichtungen Unterstützung?

Das Land Schleswig-Holstein stellt Einrichtungen seit Anfang November ein Muster-Testkonzept und praktische Hinweise zur Verfügung, mit der sie Antigentests nach der neuen Nationalen Teststrategie in Schleswig-Holstein umsetzen können. Weitere Informationen erhalten Sie über die Träger- und Berufsverbände.

 

  • zur vollständigen Testverordnung klicken Sie hier
  • zur vollständigen Preisverordnung klicken Sie hier

Richtig testen! e-Schulung mit Zertifikat

Foto: eigenes Schulungsvideo

Zum Kampf gegen Covid-19 gehört auch eine neben einer guten Teststrategie auch das Screening an sich. Die Pflegeberufekammer SH hat in Zusammenarbeit mit der Akademie der Ärztekammer Schleswig-Holstein ein Lernvideo zur Durchführung der Anti-Gen-Tests erstellt.

Die e-Schulung kann von Pflegfachpersonen interaktiv am Computer durchgeführt werden: Es steht ein Lehrvideo und Unterrichtsmaterial bereit. Teilnehmer*innen erhalten nach einer Lernerfolgskontrolle ein Zertifikat. Dieses kann dem Arbeitgeber vorgelegt werden zum Nachweis der erfolgreichen Teilnahme an der e-Schulung.

„Die Schulung ersetzt nicht die anfängliche Begleitung bei den ersten Praxisanwendungen, da es sich bei den Tests um Medizinprodukte handelt“, so Benno Herrmann von der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein.

„Die e-Schulung wird kostenfrei von Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein und Akademie der Ärztekammer zur Verfügung gestellt. Sie kann und soll von allen Pflegenden genutzt werden. Mit dieser Initiative unterstützt die Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein die Strategie und die Forderungen, in allen Einrichtungen Schnelltests durchzuführen“, so Patricia Drube, Präsidentin der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein.

Mehr erfahren: Nehmen Sie Kontakt auf

Freiwillige und Hilferufe

#pflegereserve bringt Einrichtungen und Helfende zusammen

Foto: #pflegereserve

Immer mehr Pflegeeinrichtungen in Deutschland sind von einem COVID-19-Ausbruch betroffen. Da sich das Virus in den vergangenen Monaten weiter ausgebreitet hat, kann eine Infektion in den Einrichtungen nicht immer verhindert werden – trotz umfassender Hygiene-, Besuchs- und Testkonzepte. Ein Corona-Ausbruch kann Einrichtungen schnell in eine Notsituation bringen. Denn auch das Personal ist bei einem Ausbruch häufig von einer Infektion betroffen. Kommt es im Zusammenhang mit der Pandemie zu einem Personalengpass, kann die bundesweite Vermittlungsplattform #pflegereserve schnell und unbürokratisch Hilfe leisten. Sie bringt freiwillige Pflegefachpersonen direkt mit Einrichtungen zusammen. Die Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein hat sich deshalb entschlossen, die initial gegründete Koordinierungsstelle in das Portal der #pflegererserve zu überführen.

„In den vergangenen Wochen ist es auch in Schleswig-Holstein wieder vermehrt zu Corona-Ausbrüchen in Pflegeheimen gekommen“, berichtet Patricia Drube, Präsidentin der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein. „Zahlreiche Einrichtungen haben sich verzweifelt an uns gewandt, weil sie nicht wissen, wie sie in dieser Situation eine ausreichende pflegerische Versorgung sicherstellen sollen. Für die Einrichtungen ist das ein absoluter Kraftakt!“ Denn oft habe sich ein Teil der Pflegenden ebenfalls mit dem Virus infiziert, sodass die ohnehin sehr enge personelle Besetzung zusätzlich ausgedünnt sei. Gleichzeitig sei der Pflegeaufwand durch die an COVID-19-erkrankten Bewohner*innen deutlich erhöht und auch die erforderlichen Hygienemaßnahmen kosten viel Zeit.

Eine schnelle und unbürokratische Hilfe bietet die bundesweite Vermittlungsplattform #pflegereserve. „Hier sind Pflegefachpersonen registriert, die aktuell nicht in einem Pflegeberuf arbeiten, aber während der COVID-19-Pandemie helfen möchten“, sagt Drube. Dabei handele es sich um eine von der Bertelsmann Stiftung initierte Plattform, die von der Bundespflegekammer ab Januar 2021 übernommen wird. Krankenhäuser, Pflegeheime und Gesundheitsämter können auf dieser Plattform Unterstützung anfordern, wenn es bei einem akuten COVID-19-Ausbruch zu einer Krisensituation gekommen ist. „Die freiwilligen Pflegekräfte werden abhängig von ihrer Erfahrung und ihren aktuellen Möglichkeiten eingesetzt – sie sollen vor allem ihren Kolleginnen und Kollegen in der Praxis in der schwierigen Situation den Rücken freihalten“, sagt Drube.

Fragen und Antworten zur Vermittlungsplattform #pflegereserve finden Sie hier. Für weitere Fragen sind wir gerne für Sie da

Lesen Sie auch unsere Pressemitteilung „Aufruf an Einrichtungen und freiwillige Pflegepersonen- Helfen Sie mit, Leben zu schützen

Sie sind eine Pflegeeinichtung oder Klinik? Wir haben für Sie eine kurze Handreichung zum Rekrutierungsablauf bei der #pflegereserve zusammengestellt.

 

Hier können sich Freiwillige und Einrichtungen registrieren:

 

WICHTIG : Eine Aufnahme Ihrer Daten und auch die befristete Aufnahme einer pflegerischen Tätigkeit (im Ehrenamt) im Zusammenhang mit dem freiwilligen-ehrenamtlichen-Aufruf bedeutet KEINE Mitgliedschaft in der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein.

Impfung

Impfstoffentwicklung


Innerhalb kürzester Zeit wurden Impfstoffe von verschiedenen Pharmafirmen entwickelt. Die erste Zulassung für die EU und Deutschland soll zum 21.12.20 kommen. Wir möchten zur Impfstoffentwicklung und -zulassung informieren. Klicken Sie hier.

Impfstrategie


Seit es Aussicht auf einen Impfstoff gibt, wird an der Umsetzung zur Massenimpfung gearbeitet. Die Logistik erfordert ein gesondertes Vorgehen, da die beabsichtigte Anzahl von Impfungen und die Impfstofflagerung nicht durch das bestehende System erbracht werden kann. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Impfdiskussion


Die Möglichkeit, sich vor der Mehrheit der Bevölkerung impfen zu lassen, zeigt die Unerlässlichkeit der Pflege in unserer Gesellschaft. Doch für uns als Pflegende zieht es eine emotionale und ethische Entscheidungsfindung nach sich. Möchten Sie dazu mehr erfahren, klicken Sie hier.

Corona-Prämie

Arbeitgeber müssen Corona-Prämie zahlenIm Mai brachte die Bundesregierung ein Gesetz auf den Weg, das als Dank an die Pflegefachpersonen eine ‚Corona-Prämie‘ vorsah. Wer sich aber die Mühe machte, den Gesetzesentwurf genau zu lesen, musste erkennen, dass es nur ein halber Dank war. Die Kolleginnen und Kollegen in den Krankenhäusern (SGB V) waren nicht berücksichtigt. Schon Anfang Mai appellierte die Pflegeberufekammer deshalb an die Landespolitik. Der Erfolg: Schleswig-Holstein ist eines der ganz wenigen Bundesländer, das die Prämie aus Landesmitteln auch an Pflegepersonen in Kliniken zahlt.

Wir haben für Sie die am häufigsten gestellten Fragen – FAQs – zum Thema Corona-Prämie zusammengestellt.

 

Aktuell in Schleswig-Holstein

Aktuelle Zahlen über die Lage der Pandemie in Schleswig-Holstein finden Sie auf den Seiten des Landes Schleswig-Holstein. Klicken Sie hier

Die gültigen Landesverordnungen und Erlasse zu dem beschlossenen Corona-Maßnahmen in Schleswig-Holstein finden Sie hier

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