Besuchs- und Hygieneregeln.

Das L.A.S. gibt handlungssicherheit

Foto: L.A.S.

Die Idee ist ansprechend und sehr effizient. Ein Ampelsystem bündelt die Maßnahmenpläne und bietet Handlungssicherheit im Umgang mit Besuchsregelungen, Umfang von Hygienemaßnahmen und letztendlich auch den Grad von Zugangsbeschränkungen in Heimen und Kliniken. Die Autoren der Lübecker Ampel sind Pflegefachpersonen, Mediziner*innen, Wissenschaftler*innen, ein Akteur aus dem Seniorenbeirat der Stadt Lübeck sowie Pflegereferentin Stephanie Wullf von der Pflegekammer Schleswig-Holstein.

„Die Dynamik der Pandemie hat in den letzten Wochen und Monaten eine Vielzahl an Verordnungen und Regeln hervorgebracht: Viele Menschen waren verwirrt oder überfordert. Oft haben die Verantwortlichen im Zweifel die Regeln eher strenger ausgelegt als vielleicht nötig. Zu groß war die Sorge vor Corona Ausbrüchen in Einrichtungen. Der Spagat zwischen der Verantwortung für den Infektionsschutz von Bewohner*innen und Mitarbeitenden einerseits und dem Schutz der Lebensqualität der Bewohner*innen andererseits muss praktisch jeden Tag neu vollzogen werden.  Der Bedarf nach einheitlichen und übersichtlichen Handlungslisten ist groß“, so Stephanie Wullf, Ethikberaterin (K3) und Pflegereferentin der Pflegeberufekammer.

Das L.A.S. gibt bei folgenden Fragen Handlungssicherheit:

Wer wird bei welcher Ampelfarbe getestet?
Welches Testverfahren kommt wann zum Einsatz?
Welches Besuchskonzept ist bei grün, gelb oder rot gültig?
Wann dürfen Auszubildende eingesetzt werden?
Was müssen Pflegefachpersonen an sich und anderen bei welcher Ampelfarbe beobachten? (Screening)
Wann dürfen welche Betten mit Patienten belegt werden?

Das Lübecker-Ampel-System wird ständig weiterentwickelt. Klicken Sie auf das Bild neben dem Text und Sie gelangen zur aktuellen Version.

Mehr erfahren: nehmen Sie Kontakt auf

Auch das RKI hat Empfehlungen zum Umgang mit Corona in der Langzeitpflege herausgegeben. Wir haben dazu berichtet. Lesen Sie hier.

Stand: Jan 2021

Empfehlungen des RKI

Corona-Ausbruch im Pflegeheim
Bild: unsplash

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat am 7. Januar Empfehlungen zu „Prävention und Management von COVID-19 in Alten- und Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen“ veröffentlicht.

Das RKI hat einen 32-seitigen Interims-Leitfaden bereitgestellt, der auf bestehenden Empfehlungen basiert. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Bedingungen und Gegebenheiten sei eine Eins-zu-eins Umsetzung nicht in jeder Betreuungssituation ohne weiteres machbar, heißt es seitens des RKI. Daher sei es notwendig, dass die Verantwortlichen der Einrichtungen gemeinsam mit den örtlichen Gesundheitsbehörden die erforderlichen Maßnahmen im Sinne der Empfehlungen flexibel und mit Augenmaß den gegebenen Umständen und Bedingungen vor Ort anpassen. „Dies erfordert stets eine sensible Abwägung des Nutzens der Maßnahmen zum Schutz der in der Obhut der Einrichtungen befindlichen Menschen vor Erkrankung und ggf. Hospitalisierung und Tod gegenüber möglichen psychosozialen Folgen und anderen Kollateralschäden“, so das RKI.

Ausgewählte Aspekte, die berücksichtigt werden müssen:

  • Bildung eines interdisziplinären Teams mit klarer Zuordnung von Verantwortlichkeiten für z.B. Hygiene/Infektionskontrolle, medizinische Versorgung, Kommunikation, Beschaffung von notwendigem Material,
  • Information der Heimbewohner*innen, des Personals und der Angehörigen zu COVID-19 und den erforderlichen Schutzmaßnahmen,
  • Information und Schulung des Pflegepersonals und des übrigen Personals, z.B. in Bezug auf Hygienemaßnahmen,
  • Organisatorische Maßnahmen zur Kontaktreduzierung innerhalb der Einrichtung, z.B. keine oder zeitlich gestaffelte gemeinsame Mahlzeiten,
  • Implementierung und Durchsetzung von Zugangsregelungen für Besucher, externe Dienstleister und anderen Personen wie z.B. ehrenamtliche Mitarbeiter und Seelsorger,
  • Falls möglich, Bereitstellung alternativer Kommunikationsmöglichkeiten,
  • Implementierung und Durchsetzung von Abwesenheitsregelungen für das Personal z.B. bei Auftreten von respiratorischen Symptomen,
  • Kompensation bei Ausfall von Personal bzw. ggf. Mehrbedarf an Personal z.B. in einer Ausbruchssituation (z.B. Reservepool).
  • Unter bestimmten Umständen können in Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden Maßnahmen wie die Verhängung eines Aufnahme-/Verlegungsstopps erfolgen.
  • Es sollten feste Kleingruppen unter den Bewohner*innen/Betreuten gebildet werden, die alle kollektiven Tätigkeiten gemeinsam verrichten, damit bei Nachweis von SARS-CoV-2 nur eine kleine Gruppe von Personen als Kontakte entsteht.
  • Das Personal sollte, wenn möglich, in festen voneinander unabhängigen Teams arbeiten.

Darüber hinaus werden in den Empfehlungen die folgenden Maßnahmen ausführlich beschrieben und erläutert: erweitere Hygiene- und Infektionsmaßnahmen, räumliche und personelle Maßnahmen, z.B. Kohortierung, Desinfektion und Reinigung, Regelungen bei Neuaufnahmen und Verlegungen, Transport innerhalb und außerhalb der Einrichtung, Besucherreglungen, Identifizierung und Management von Kontaktpersonen, aktives Monitoring von respiratorischen Symptomen, Erhebung der Symptome, Testungen und Impfungen.

Hier kommen Sie zu den vollständigen Empfehlungen.

Stand: Jan 2021

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