Praxisanleitung.

Mit der Einführung der Generalistik sind zahlreiche Änderungen im Rahmen der pflegerischen Ausbildung erfolgt. Diese Änderungen sind auch durch die Praxisanleitenden umzusetzen. Bei der Umsetzung treten immer wieder Fragen und Unklarheiten auf.

Der Bildungsausschuss der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein hat daher in Abstimmung mit dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren (MSGJFS) und dem Schleswig-Holsteinischen Institut für berufliche Bildung (SHIBB) Fragen und Antworten zum Thema Praxisanleitung zusammengestellt.

Sollten Sie weitere Fragen haben, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

 

Stand: 19. Mai 2021

 

 

FAQ Praxisanleitung.

1 | Wie viel Berufserfahrung ist für die verantwortliche Durchführung der Praxisanleitung Voraussetzung?

Voraussetzung ist ein Jahr Berufserfahrung in den letzten fünf Jahren des jeweiligen aktuellen Einsatzbereiches.

2 | Seit wann müssen Praxisanleitende ein Zusatzqualifikation mit einem Zeitumfang von 300 Stunden erbringen?

Diese Vorgabe gilt seit dem 01.01.20 und bezieht sich auf § 4 Abs. 3 PflAPrV (Basisqualifikation 300 Std. + fortlaufend 24 Std. berufspädagogische Fortbildung/Kalenderjahr).

3 | Wie verhält es sich mit Praxisanleitenden, die eine Zusatzqualifikation mit weniger als 300 Stunden absolviert haben?

Diese Praxisanleitenden haben Bestandsschutz. Es gilt die Übergangsregelung gemäß § 4 Abs. 3 PflAPrV.

4 | Wie werden die Einsatzbereiche für Praxisleitende definiert?

In Anlehnung an die Pflicht-Einsatzbereiche der Generalistik und mit Berücksichtigung möglicher Arbeitsplatzwechsel gelten folgende Einsatzbereiche:

  • stationäre Akutpflege
  • stationäre Langzeitpflege
  • ambulante Akut- und Langzeitpflege
  • psychiatrische Pflege
  • pädiatrische Pflege

5 | Weshalb müssen Praxisanleitende 24 Stunden berufspädagogische Fortbildung pro Kalenderjahr nachweisen?

Unter dem Aspekt des lebenslangen Lernens sowie der Sicherstellung einer adäquaten, pädagogischen Begleitung von Lernenden ist es erforderlich und selbstverständlich gleichermaßen, dass Praxisanleitende ihre berufspädagogischen Kenntnisse, Kompetenzen und Fertigkeiten erweitern bzw. auffrischen. Es gilt § 3 Abs. 3 der PflAPrV.

Zu beachten: Der Stundenumfang dieser Fortbildungsbedarfe bezieht sich auf die Funktion Praxisanleitung. Das bedeutet, dass dieser Stundenumfang zusätzlich zu weiteren Fortbildungsbedarfen erfolgen sollte (z. B. Pflichtfortbildungen, Fortbildungen zu pflegefachlichen Themen, Fortbildungen im Sinne der beruflichen Weiterentwicklung).

6 | Welche Behörde ist zum Thema „Fortbildungsnachweise der Praxisanleitenden“ zuständig?

Die Zuständigkeit liegt beim SHIBB (Schleswig-Holsteinisches Institut für berufliche Bildung), Dezernat 2, Sachgebiet 21.

9 | Wer bietet berufspädagogische Fortbildungen für Praxisanleitende an?

Pflegeschulen und Weiterbildungsstätten in Schleswig-Holstein bieten entsprechende Fortbildungen an. Anbietende richten Ihr Fortbildungsangebot bitte vorab zur Genehmigung an das SHIBB.

10 | Was passiert, wenn die geforderten 24 Stunden berufspädagogische Fortbildung nicht nachgewiesen werden?

Einzelfallanträge mit Begründung und Nachweisen, warum die Fortbildungen nicht erbracht werden konnten, sind ans SHIBB zu richten.

Für die Praxisanleitenden sind arbeitsrechtliche Konsequenzen möglich.

Für die jeweilige Einrichtung bedeutet es, dass keine praktische Ausbildung im Sinne des PflBG mehr stattfinden kann. Denn: Wenn die Praxisanleitung vor Ort nicht erfolgen kann, ist der Ausbildungsplan nicht umsetzbar. Damit würde die Einrichtung gegen § 18 PflBG verstoßen.

Die Praxisanleitung dient der schrittweisen Heranführung an die in § 5 Abs. 3 PflBG beschriebenen pflegerischen Aufgaben. Dieser Ausbildungsinhalt ist daher obligat für das Erreichen der Ausbildungsziele, die Zulassung zur Prüfung und die staatliche Anerkennung.

11 | Können Fortbildungsstunden auch anteilig mit dem Vor- oder Folgejahr verrechnet werden?

Nein, das ist nicht möglich. Es gilt die Vorgabe, dass berufspädagogische Fortbildungen im Umfang von 24 Stunden pro Kalenderjahr zu erfolgen haben.

12 | Wer ist zuständig, wenn Praxisanleitung seitens der Träger nicht eingeplant wird?

Die Kommunikation sollte zunächst innerhalb des Trägers, dann mit der zuständigen Pflegeschule und in einem weiteren Schritt mit dem SHIBB erfolgen.

13 | Wie kann das Erreichen von Ausbildungszielen sichergestellt werden, wenn Praxisanleitende ausfallen?

Der Träger der Ausbildung ist für die Durchführung der praktischen Ausbildung verantwortlich. Er hat sicherzustellen, dass die Praxisanleitung mindestens in einem Zeitumfang von 10 % der vorgegebenen praktischen Ausbildungszeit stattfindet.

Bei Personalausfall der Praxisanleitenden ist ggf. der Ausbildungsplan umzustellen (z. B. Änderung des Einsatzortes), um die Praxisanleitung sicherzustellen. Kooperationspartner sollten dabei berücksichtigt und die jeweilige Pflegeschule involviert werden.

14 | Wie werden Praxisanleitende refinanziert?

Die Ausbildungsfonds GmbH ist für die Refinanzierung zuständig. Neben der reinen Stundenzahl an durchgeführten Praxisanleitungen werden auch deren Vor- und Nachbereitungen (25 % der Dauer der jeweiligen Praxisanleitung) sowie die erforderlichen Fortbildungsstunden für Praxisanleitende im Umfang von 24 Std./Kalenderjahr refinanziert.

15 | Wie wird die geplante und strukturierte Praxisanleitung dokumentiert?

Das Muster-Praxisnachweisheft des Landes Schleswig-Holstein, das ggf. ergänzt werden kann, ist verbindlich anzuwenden.

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