Kurz und knapp zusammengefasst

Was ist eine Pflegeberufekammer?

Foto: Pflegeberufekammer

In Schleswig-Holstein gibt es seit April 2018 eine Pflegeberufekammer – genau wie in Rheinland-Pfalz und in Niedersachsen. In diesen Bundesländern haben die Regierungen beschlossen, dass die Pflegenden selbst die Entscheidungen für ihren Beruf treffen sollen. Das nennt man Selbstverwaltung. Der Staat bringt damit auch sein Vertrauen gegenüber der Berufsgruppe zum Ausdruck. Denn die eigene Berufsgruppe weiß am besten, wie und mit welcher Qualität Pflege erfolgen sollte.

Das Ziel dieser Selbstverwaltung ist, eine gute Pflege der Bevölkerung sicherzustellen. Auch Ärzte, Apotheker und Juristen haben eine Kammer.

In einer Pflegeberufekammer müssen alle beruflich Pflegenden eines Bundeslandes Mitglied sein, also Altenpfleger*innen, Gesundheits- und Krankenpfleger*innen oder Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger*innen. In Schleswig-Holstein sind das etwa 27.000 Personen. Alle Mitglieder zahlen einen Beitrag an die Pflegeberufekammer. So ist sichergestellt, dass die Kammer gegenüber Politik und Wirtschaft unabhängig ist. Wie viel Geld jede Pflegeperson zu zahlen hat, richtet sich dabei nach dem Einkommen. Die meisten zahlen weniger als 10 Euro im Monat.

Wie ist eine Kammer aufgebaut?

Foto: Pflegeberufekammer

Alle Mitglieder der Pflegeberufekammer wählen die Vertreter*innen der Kammerversammlung. Diese ist das oberste Gremium der Kammer, d.h. alle Entscheidungen werden hier getroffen. Die Kammerversammlung besteht aus 40 Personen. Davon kommen 26 aus der Gesundheits- und Krankenpflege, 11 aus der Altenpflege und 3 aus der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. So ist sichergestellt, dass alle Bereiche der Pflege ausreichend vertreten sind. Die Kammerversammlung trifft sich vier Mal im Jahr.

Die Kammerversammlung wählt auch den Vorstand. Dieser besteht aus sieben Personen, die die Kammer nach außen vertreten. Patricia Drube ist die Präsidentin der Pflegeberufekammer in Schleswig-Holstein, und Frank Vilsmeier ist der Vizepräsident. Dann gibt es noch fünf weitere Vorstandsmitglieder.

Alle gewählten Vertreter*innen arbeiten ehrenamtlich für die Kammer. Das heißt, sie bekommen dafür kein festes Gehalt, sondern etwas Geld, um ihren zeitlichen Aufwand zu entschädigen. Denn während sie sich für die Kammer einsetzen, können sie kein Geld verdienen. Einige haben ihre Arbeitszeit für ihre Tätigkeit in der Kammer reduziert.

Auch gibt es in der Kammer verschiedene Ausschüsse, zum Beispiel für Bildung und die Berufsordnung. In diesen Ausschüssen wird festgelegt, was gute Pflege ist oder wie die Weiterbildung geregelt werden soll. Für spezielle Themen werden Arbeitsgruppen gebildet, zum Beispiel für die Ausbildung oder Kinderkrankenpflege.

 

Was macht die Kammer?

Berufsordnung


Die Kammer legt eine Berufsordnung fest. Hier steht drin, wie eine gute Pflege aussieht und was Pflegende in ihren Einrichtungen dafür brauchen, um eine gute Pflege leisten zu können.

Weiterbildung


Die Kammer entwickelt eine Weiterbildungsordnung, die für alle Pflegenden in Schleswig-Holstein gilt. Damit können die Pflegenden erstmals ihre Weiterbildung selbstständig regeln.

Politikberatung


Die Kammer ist im direkten Kontakt mit Politik, Krankenkassen, Verbänden und Einrichtungen. Sie berät und macht auf Missstände aufmerksam. Dadurch kann die Kammer die Politik mitgestalten und bessere Gesetze für die Pflege erwirken.

 

Stellung beziehen


Die Kammer setzt sich in vielen Gesprächen für die Pflege ein, z. B. mit Berufs- und Sozialverbänden, Arbeitgeber*innen und Krankenkassen. Damit sorgt sie dafür, dass die Pflege gehört wird und pflegerische Themen vorangebracht werden.

Pflegeberufestatistik


Die Kammer erhebt Daten ihrer Mitglieder und weiß, wie viele Pflegefachpersonen in Schleswig-Holstein arbeiten und wo. Diese Pflegeberufe-Statistik ist wichtig, um zu sehen, ob es in bestimmten Regionen Engpässe gibt, gegen die etwas getan werden muss.

Information der Mitglieder


Die Kammer möchte ihre Mitglieder über alle Neuigkeiten und Aktivitäten der Kammer auf dem Laufenden halten. Dazu gibt sie einen Newsletter heraus und hat viele Informationen auf ihrer Homepage.

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